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Wednesday, March 18, 2026

Mehr Rezepte für den Airfryer

 Vielseitiges aus der Heißluftfritteuse - das finde ich immer spannend, auch wenn ich weniger davon überzeugt bin, dass der Airfryer eine hundertprozentige Alternative zum Herd für eine komplette Mahlzeit ist. Da bräuchte es, wenn nicht gerade one pot, vermutlich noch ein Zweitgerät.

Aber von diesen Zweifeln abgesehen, bin ich immer interessiert am Entdecken neuer Airfryer-Rezepte und war entsprechend neugierig auf Inga Pfannebeckers "Lieblingsrezepte aus deinem Airfryer - High Protein". Einiges sah recht vertraut aus und erinnerte an die Vorgängerbände der Reihe, für manches würde ich nicht unbedingt den Airfryer auf die Küchenplatte hieven, etwa für ein Sandwich oder Pannini. Trotzdem gab es auch hier wieder nette Anregungen, unterteilt in die Kategorien kleine Gerichte, Fleischiges, Fisch und Meeresfrüchte, Vegetarisches und Süßes.

Eine ganze Reihe der vorgestellten Gerichte lassen sich ebensogut in der Pfanne oder im Ofen zubereiten, etwa die Frittata mit Chorizo oder Summer Rolls mit Kokoshähnchen. Aber am Airfryer schätze ich dann doch sehr, dass Fettspritzer und Geruch deutlich geringer bleiben.

Unter den Hauptmahlzeiten des Buchs lockten mich unter anderem Tandoori-Chicken mit Blumenkohl und Spinat-Lachs-Pfannkuchen, bei den vegetarischen Gerichten die Ratatouille-Shakshuka und Spitzkohl mit Halloumistreuseln. Unter den Nachtisch-Vorschlägen werde ich mir gerne Skyr mit Gewürzpflaumen oder Beeren Crumble schmecken lassen. Insgesamt eine solide, wenn auch nicht sonderlich raffinierte Sammlung.


Inga Pfannebecker, Lieblingsrezepte aus deinem Airfryer

GU 2026

25 Euro

9783833899836

Friday, September 26, 2025

Es weihnachtet sehr

 Der Herbst hat gerade erst angefangen. Doch es weihnachtet schon sehr - nicht allein, dass in den Supermärkten bald die ersten Spekulatius und Lebkuchen auftauchen dürften. Der Ratgeber- und Kochbuchverlag Gräfe & Unzer hat sich ebenfalls schon aufgestellt für die kommende Saison: Schon im August erschien "Weihnachtsbäckerei". Keine Ausreden also, wenn es heißt, wie backt man noch mal Zimsterne oder Lebkuchen?

Den Anfang des Buches machen denn auch die Klassiker der Weihnachtsbäckerei: Vanillekipferl und Spitzbuben, Zimtsterne und Spritzgebäck, Heidesand, Haselnuss- und Kokosmakronen. Auch Bärentatzen, Elisenlebkuchen und Basler Leckerli (meine Oma nannte das Berliner Brot, lecker war es auf jeden Fall) dürfen nicht fehlen. Schon allein die Namen zaubern Erinnerungen an Gerüche und Aromen der Weihnachtsbäckerei meiner Kindheit herbei. Moderner sind in dieser Klassik-Abteilung Spekulatius-Cupcakes und Zimtschnecken-Muffins. 

Neben dem Kleingebäck gibt es natürlich auch Christstollen, aber auch Glühweinkuchen.

Im Kapitel "Fruchtig fein" sind unter anderem Aprikosen-Rosmarin-Plätzchen und Lime Bars, Amarena-Pistazientaler und Bratapfel-Cookies, Früchte-Cantucchini und Pumkin Spice Cake, der sich sicher auch schon im Herbst weit vor der eigentlichen Weihnachtszeit schon schmeckt. Die Spekulatius-Orangentorte und die zitronige Schneeflockentorte passen dann wieder gut auf die weihnachtliche Festtafel.

"Schokoladig und nussig" geht es in einem weiteren Kapitel zur Sache. Hier finden sich Pinienhörnchen, Schokoladensterne, Nougat Elche und Mokka-Nuss-Kipferl. Mit Schoko-Elisenlebkuchen ist hier ein Klassiker noch mal besonders schokoladig. Richtig mächtig und eindrucksvoll ist in diesem Kapitel die Pralinentorte XXL, wenn mal Weihnachtsbesuch beeindruckt werden soll.

Daneben  gibt es Tipps zum stilvollen Verzieren von Plätzchen aber auch zu leckeren Getränken für eine Adventsstunde moit Plätzchen, von Glögg über weihnachtlichen Tees bis hin zur Gewürz-Schokolade. 

Da kann das Fest ja kommen.


Weihnachtsbäckerei

GU 2025

20 Euro

 9783833898310

Friday, September 19, 2025

Schnelle und abwechslungsreiche Küche aus dem Airfryer

 Es hat ein bißchen gedauert - aber auch ich habe nun einen Airfryer. Und bin natürlich stark motiviert, mich an dem Gerät über Pommes hinauszuarbeiten und seine Möglichkeiten zu nutzen, Nachdem ich "Airfryer-Blitzrezepte" von Christian Henze gelesen habe (ja, ich bevorzuge schnelle Küche, aber kein Fast Food), kam die Erkenntnis: Mit dem Gerät alleine ist es nicht getan. da müssen auf jeden Fall noch ein paar Extras her, etwa Silikonformen oder verstärktes Backpapier (die Versuche, ganz normales Backpapier in den Frittierkorb zu falten, haben nicht wirklich überzeugt). Dann aber sind auch die Möglichkeiten, den Airfryer zu nutzen, deutlich verbessert.

Denn dann gibt es auch Frittata und French Toast, Shakshuka und Rührei aus dem Airfryer - Gerichte, die ich dafür vorher nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Manche Gerichte werden durch Backschale oder Form erst möglich, die ich in der klassischen Pfanne so nicht zustande gebracht hätte, etwa den Pancake-Quader, hier mit Kokos, weißer Schokolade und Konfitüre. Mit loaded nachos, einer Veggie-Lasagne oder einem Zucchini-Gratin gibt es leckere kleine Gerichte, die Henze in seinem Buch vorstellt. Mit Lachfilet Wasabi-Stylev oder Rumpsteak mit Pfefferkruste werden zumindest für den Single-Haushalt auch Hauptgerichte machbar, selbst als Tandoori-Ofen wird der Airfryer verwendet.

Dass der Airfryer auch zum Backen genutzt werden kann, ist mir aufgrund der Gebrauchsanleitung bereits klar gewesen, hier finden sich nun aber auch Rezepte. Von Lava Cake über Apfel Crumble bis hin zum karamellisierten Kaiserschmarrn gibt es Rezepte für Süßmäuler, die warm besonders gut schmecken dürften.

Die "Airfryer-Blitzrezepte" haben mir viele Anregungen gegeben und ich freue mich schon aufs Ausprobieren. Jetzt müssen erst mal ein paar Backschalen her.


Christian Henze, Airfryer-Blitzrezepte

Becker Jost Volk Verlag

192 Seiten, 29,99 Euro

978-3-95453-369-5

Thursday, September 18, 2025

Kulinarische Mitbringsel

 Der Titel ist Programm: "Bringst du was leckeres mit"? aus der Kochbuchreihe von GU gibt Hilfestellung, wenn es eben nicht zum X-ten Mal Nudelsalat oder kalter Hund sein sollen, die man zum Partybüffet, Grillabend oder einem anderen Treffen mit Freunden oder Familie mitbringt.

Die Autoren geben dabei auch logistische Planungshilfe - nach dem Motto: "Gut vorbereitet ist halb mitgebracht". Daher gibt es Tips für auslaufsichere Transportbehälter wie Schraubgläser (also nicht die leeren Marmeladen- oder Jogurtgläser wegwerfen) und den Rat, Schuhkartons nicht gleich wegzuwerfen - sie eignen sich prächtig für den Transport von Cookies oder Muffins.

Die Rezepte für kulinarische Mitbringsel sind saisonal und nach Anlässen gegliedert - etwa einen Erdbeer-Rhabarber-Blitzkuchen oder grünen Gazpacho im Frühling, Tomaten-Feigen-Salat mit Schinken oder Wassermelonen-Garnelensalat im Sommer, Kürbissuppe mit Apfel oder Pumpkin-Pie im Herbst oder Bratapfelaufstrich oder Winterlasagne mit Wirsing im Winter. Danaben gibt es in diesen saisonalen Kapiteln aber auch reichlich Rezepte, die auch in andere Jahreszeiten gut passen - Suppen, Salate, Aufstriche und Gebäck, Süßes und Herzhaftes. 

Hinzu kommen extra-Tipps für Saucen und Marinaden, mit denen Rezepte abgewandelt werden können. Ergänzt wird das reich bebilderter Buch mit ein paar Deko-Tipps, damit das Mitbringsel nicht nur lecker, sondern auch optisch ansprechend verpackt ist. Meine Meinung nach der Lektüre: Passt zum Mitbringen, erfreut aber auch zu Hause ohne feierspezifischen Anlass!

Bringst du was Leckeres mit?

GU 2025

25 Euro

9783833898365

Friday, May 30, 2025

Feiern vom Kindergeburtstag bis Brunch und Grillparty

 Wenn bei GU ein neues Buch in der Reihe "Das Goldene" erscheint, bin ich nicht nur neugierig, sondern stecke meine Erwartungen hoch. Denn bisher hat mich kein Band enttäuscht: Eine Vielzahl von Rezepten, und es ist eigentlich immer etwas dabei, was mich anspricht und Lust aufs Nachkochen macht.

Der neueste Band heißt "Feiern" und bietet mit rund 200 Rezepten von süß bis pikant für buchstäblich alle Altersgruppen etwas. Denn Rezepte für den Kindergeburtstag, von Monster-Minipizza über Hot-Dog-Rennauto bis hin zum Marienkäfermuffin ist hier alles kindgerecht und vielfach in quietschebunten Farben. Das eine oder andere Zucker-High dürfte allerdings auch garantiert sein.

Für die großen Süßmäuler gibt es das Kapitel Kaffeeklatsch mit Backrezepten, die teils sehr schnell zu bewerkstelligen sind wie Zimtschnecken aus Blätterteig, teils ziemlich aufwändig mit Ohhhh-Effekt sind. Bei Gelingen dürfte der Beifall der Kaffeegäste sicher sein.

Die übrigen Kapitel behandeln Brunch, Grillparty und Büffet - wobei die Grenzen fließend sein dürften. Manches Büffetrezept dürfte auch ganz wunderbar die Grillparty ergänzen oder beim Brunch glänzen und umgekehrt. Nützlich sind auch die Tipps für Planung und Vorbereitung, damit der Feier möglichst stressfrei entgegengesehen werden kann.

Reich bebildert macht auch dieser Band Appetit  und liefert neue Anregungen für kulinarische Begegnungen


GU Das Goldene. Feiern

25 Euro

9783833896361

Thursday, March 20, 2025

Fixe Pasta geht immer

 Vor ein paar Monaten erschien bei GU Cornelia Polettos "Pasta Passione". Nun ist mit "Schnell mal Pasta" bereits das nächste Buch zu Spaghetti, Penne oder Tagliatelle erschienen, gewissermaßen die abgespeckte pronto-Version, denn Nudelklassiker wie Spaghetti aglio olio e peperoncino oder penne arrabiatasind in beiden Büchern enthalten, ebenso wie diverse pestos.

In "Schnell mal pasta" ist der Name Programm - die Gerichte sind schnell, unkompliziert und ohne viel Schnickschnack. Müssen sie ja auch nicht sein. Pasta ist schließlich Soulfood. Und mit Spaghetti al limone e finicchio oder Garganelli mit Blumenkohl und crispy Parmesan gibt es auch ein paar Varianten, die Leser*innen vielleicht noch nicht auf dem Schirm hatten. Raffiniert klingen auch die Linguine mit Saibling und Ingwer.

Wer bereits "Pasta passione" im Bücherschrank stehen hat, braucht dieses Buch nicht. Ich kann es mir aber gut als Einstieg für pastaliebende Küchenneulinge vorstellen, komplett mit Anleitung zur perfekten Pasta und Kombinationsmöglichkeiten. 

Cornelia Poletto, Schnell mal Pasta

GU 2025

12,99 Euro

9783833896057

Sunday, November 10, 2024

Der Meister teilt kulinarische Leidenschaft

 Wenn jemand mehrere Jahrzehnte als Meisterkoch vorweisen kann, hat er viel Wissen, Tricks und Küchengeheimnisse weiter zu geben. In "L wie Lafer" stellt Johann Lafer eine Zusammenstellung von 100 seiner Lieblingsrezepte vor. Die Mischung ist bunt: Regionale Spezialitäten und Kochinspirationen aus aller Welt, einige eher einfach klingende Rezepte, andere, die schon beim Lesen Raffinesse versprechen, auch Variationen bekannter Gerichte. Da wird etwa eine Frikadelle durch Wildfleisch veredelt.

Manche der vorgestellten Rezepte sind alltagsgeeignet, etwa der lauwarme Salat von Schinkenknödeln, der mich an den Semmelknödelsalat meiner Oma erinnert - Restverwertung und so lecker! Oder der steirische Kartoffel-Gurkensalat, genau das Richtige für einen Sommertag. Deftig sind Rheinischer Sauerbraten und Szegediner Gulasch, aber auch der asiatische Schweinebauch oder Elsässer Sauerkraut. Und auch ein Rösti a la Lafer schmeckt jederzeit. 

Andere Rezepte klingen aufwändiger oder aufgrund der Zutaten eher für einen besonderen Anlass, etwa Parmesan Mousse mit Bittersalat und Wachtelei. Auch die Hummerklöße auf Blattspinat sind nicht gerade für jeden Tag. Auch die Petit Fours aus dem Dessertkapitel sind deutlich zeitaufwändiger als beispielsweise der ebenfalls vorgestellte Mohnschmarrn

International sind etwa vietnamesische Reisröllchen, Ceviche, Pad Thai, ein sehr lecker klingendes kreolisches Fischragout, Tajine mit Hähnchen oder Schweinefleisch süßsauer. Daneben gibt es international inspirierte Fusionsgerichte,  beispielsweise Garnelen-Cevapcici mit Mangoreissalat oder Vindaloo mit Riesengarnelen und Ananas, Fischragout Stroganoff oder gebratener Tofu auf Curryspätzle oder ein süßes Wasabi-Kürbiskern-Parfait - auf diese Geschmackskombination muss man erst mal kommen.

Die einzelnen Kapitel sind aufgegliedert in die Themenbereiche  Suppen, Kleine Gerichte, Fisch, Fleisch, vegetarische Gerichte und Desserts, das Buch ist reichlich bebildert und am Ende vieler Gerichte steht noch ein Meister-Tipp. Geschmacklich dürfte für jeden etwas dabei sein. Ich freue mich jedenfalls schon aufs Nachkochen.

Johann Lafer, L wie Lafer

GU 2024

288 Seiten, 40 Euro

9783833895715

Friday, November 8, 2024

Kulinarisches Fernweh

 Mit "Taste of Thailand" macht der gelernte Koch und Food-Fotograf Jan Wischnewski nicht nur Apettit, sondern auch Fernweh. Denn sein Buch ist durchaus als Liebeserklärung an Thailand und seine Küche zu verstehen, mit Bildern von Märkten und Garküchen, Tempeln und Straßenszenen, mit Geschichten über Menschen, aber natürlich auch über Aromen, Schärfe und geschmackliche Vielfalt. Auch mit Tipps spart der Autor nicht, sei es für die Beschaffung der Würzsaucen, wenn mal nicht mal eben vor Ort in Thaliand shoppen kann und vor Ort vielleicht keinen spezialisierten Asialaden hat, sei es mit Varianten für Veganer, etwa eine "no Fish"-Sauce.

Bei den Rezepten setzt Wischnewski unter anderem auf Street Food und Gerichte auch jenseits der bekannten Curry-Klassiker, Pad Thai oder Tom Yum-Suppe, wie etwa im Fall der frittierten Knoblauch Dumlings oder knusprigen Reissalat mit fermentierter Wurst. Aber auch die Klassiker mit Fleisch oder Meeresfrüchten sind zu finden, aufgeteilt in die verschiedenen Regionen des südostasiatischen Landes. Und auch wenn es thailändische Currypasten mittlerweile in jedem gut sortierten Supermarkt gibt, gibt es Rezepte, um selbst zu mörsern und zu rühren. Da nicht alle Zutaten überall gleich leicht zu beschaffen sein dürften, macht der Autor auch Vorschläge zu alternativen Zutaten.

Trotz der no-fish-sauce gibt es eher wenige rein vegetarische oder gar vegane Gerichte. Ein wenig zeitaufwändig dürften die Rezepte teilweise schon sein. Doch dafür kann man sich im deutschen Winter dann auch tropische Geschmackserlebnisse auf den Tisch zaubern.

Jan Wischnewski, Taste of Thailand

GU 2024

33,99

 978-3-8338-9519-7

Thursday, November 7, 2024

Gemütlich bei Tisch brutzeln

 Der Winter steht vor der Tür, es wird kälter und ungemütlicher - da trifft man sich mit Freunden lieber drinnen zum gemütlichen Beisammensein. Passend zur Jahreszeit ist bei Gräfe und Unzer die Rezeptsammlung "Raclette und Fondue" erschienen. Denn während ein edles Fondue für viele zu Weihnachten oder Silvester gehört, muss es beim Kochen und Brutzeln am Tisch nicht immer aufwändig oder teuer sein. Gleichzeitig ist die Möglichkeit der Kombinationen von Rustikal über Exotisch oder auch mal Fleischlos nahezu unendlich. Wichtig ist die gute Vorbereitung und viel Zeit für gemeinsame Stunden um Fonduetopf oder Raclettegrill.

Das Buch gibt einige neue Geschmacksvorschläge zu den bekannten Klassikern. Da darf es dann auch mal fruchtig sein wie beim Pfeffer-Apfel. Oder eine Kombination unterschiedlicher Aromen, etwa bei den Korianderpilzen mit Schafkäsecreme, Fischpies mit Cheddar oder Curryhähnchen mit Aprikosen, um nur bei den Raclette-Rezepten zu bleiben.

Auch das Fondue-Kapitel punktet mit Vielfalt und apettitanregenden Bildern. Das klassische Fleischfondue in Brühe oder Fett bekommt Konkurrenz - etwa durch das indische Fondue mit einer Hühner-Kokosbrühe, mit asiatischen Brühen, vegetarischen Fonduevarianten oder einem Frischkäse- oder Chesterfondue als Alternative zum klassischen Käsefondue.

Ein eigenes Kapitel ist Brot- und Diprezepten gewidmet, die dem gebrutzelten noch extra Pep verleihen und für viele mindestens ebenso wichtig sind wie der Inhalt des Topfes. Neben Klassikern wie Aioli, Eiersauce oder Barbecuesauce werden verschiedene Salsas vorgestellt, aber auch mehrere Wintersalate, die auch ganz ohne Fondue- oder Racletteabend Anklang finden dürften. Der schwarze Linsensalat mit Paprika etwa dürfte auch als Abend- oder Mittagessen zum Einsatz kommen.

Gräfe und Unzer, Raclette und Fondue

GU 2024

19,99 Euro

9783833895692

 

Thursday, August 8, 2024

Vegetarisch für die ganze Familie

 Wer für eine ganze Familie kocht, weiß: Es ist nicht einfach, es allen recht zu machen. Jede und jeder hat so seine Vorlieben, gerade Kinder können sehr mäkelig sein und wenn es um Fleisch geht, sind gerade viele Männer der Ansicht: das muss sein - Gemüse ist doch kein "richtiges" Essen. Mit "Veggie for Family" stellen sich Dagmar von Cramm, Inga Pfannebecker und Michael König der Herausforderung, vegetarische Rezepte für die ganze Familie vorzustellen - und setzen dabei auf konfrontationsarme, deeskalierende Taktik am Familientisch - es geht ja auch flexitarisch und ohne Radikal-Verbannung von Fleisch und Fisch. Und nur ein kleiner Teil der Rezepte ist vegan - gerade auch mit Blick auf die Nährstoffe, die Kinder im Wachstum für eine gesunde Entwicklung brauchen.

Aufgeteilt ist das Buch nach Jahreszeiten, so dass auch eine regionale und saisonale Küche gegeben ist, wobei auch Tiefkühlgemüse erlaubt ist, etwa bei einem Erbsen-Spread oder grüne Erbsen-Pancakes. Manches Traditionsgericht erhält einen neuen Look - etwa Polentaschmarrn, eine Frühlingsratatouiller mit einheimischen Frühlingsgemüse, Hummuswaffeln oder Schakschuka auf Auberginenbasis. Den saftigen Kartoffelgulasch habe ich mir schon für einen kalten Herbst- oder Wintertag vorgemerkt, und auch die fruchtige Tomaten-Orangensuppe lädt sofort zum Nachkochen ein. Ob die Rezepte allerdings auch bei mäkeligen oder jüngeren Kindern funktionieren? Da bin ich ein bißchen skeptisch, auch wenn es für mich persönlich kein einziges Rezept gab, das ich nicht mochte.

Hilfreich ist auch die Liste mit den Vitaminen und ernährungstechnischen Besonderheiten einzelner, Gemüse, Getreide oder Hülsenfrüchte am Ende des Buches. Außerdem gibt es Tipps  für Ersatzprodukte zu tierischen Lebensmitteln.

Fazit: Mich überzeugt das Buch, auch wenn es in Bezug auf vegetarische Küche wenig Überraschungen bietet. Bei einer reinen Carnivorenfamilie sieht das natürlich vermutlich anders aus.

Dagmar von Cramm, Inga Pfannebecker, Michael König, Veggie for family

GU 2024

256 Seiten, 29,90 Euro

9783833894589

Friday, July 19, 2024

Frittiertes auf gesündere Art

 Pommes frittes gehören zu meinen guilty pleasures. Lecker, aber offensichtlich nicht die gesündeste und kaloriensparendste Art, eine Kartoffel zuzubereiten. Ich liebäugele deshalb schon länger mit dem Kauf einer Heißluftfritteure (neudeutsch in chicer Anglo-Version: Airfryer). "Lieblingsrezepte aus deinem Airfryer" von Tanja Dusy hat mich deshalb gleich neugierig gemacht.

Erster Pluspunkt des mit gut 60 Rezepten eher kompakten Buches: Für alle, die in einer ähnlichen Situation sind wie ich und noch kein Gerät besitzen, gibt es Tipps, worauf man beim Kauf achten sollte und was es an Zubehör gibt. Denn so ein Airfryer kann offenbar deutlich mehr als nur frittieren - toasten, grillen, garen, sogar backen, verrät die Autorin. War mir bisher nicht klar. Daher gibt Dusy auch für den Single-Haushalt die Empfehlung: lieber eine Nummer größer, es sei denn, es geht wirklich nur um die gesündere Pommes-Einheit, die mit wenig Fett und viel heißer Luft kross wird. Auch für die Energiebilanz ist so ein Airfryer der Autorin zufolge als Alternative zum Backofen fürs Ausbacken von Brötchen usw empfehlenswert.

Auch die Einschränkungen verschweigt Dusy nicht: Der Fish-Part von Fish and Chips oder Paniertes wie calamari sei für den Aitfryer nicht geeignet.

Den Anfang des Rezeptteils machen allerlei Snacks, vom Zwiebel-Käse-Sandwich über Knusper-Frühlingsrollen und Börek durchaus international. Vor allem die Flammkuchen-Variationen im Tapas-Style wirken sehr lecker und sind für die airfryer-lose Zeit schon mal für die Alternative Backofen vorgemerkt.  Auch mehrere Gemüsegerichte klingen verlockend, etwa Pimientos (noch mehr Tapas!), Rosmarin-Kürbis oder Blumenkohl-Bites. Und natürlich dürfen auch diverse Kartoffel-Variationen nicht fehlen.

Trotz der eingangs erwähnten Probleme mit Paniertem bietet die Autorin mit "New Style Fish & Chips", Hähnchen-Nuggets und Schnitzel durchaus auch klassische Panade-Gerichte.  

Nach all dem Herzhaften und Pikanten gibt es zum Abschluss auch Süßes: Verschiedene Tassenkuchen etwa, Lava Cake und Brownies, um nur einige zu nennen. 

Wie bei den Büchern der GU-Reihe üblich, gibt es zu jedem Rezept ein Bild, das Lust aufs Ausprobieren und Heißluftfrittieren macht.

Tanja Dusy, Lieblingsrezepte aus deinem Airfryer

GU 2024

25,90 Euro

9783833894916

Monday, May 20, 2024

Für kulinarische Grenzgänger, avec amour

 Mit "Deutschland küsst Frankreich" stellt die Luxemburger Sterneköchin Lea Linster die Begegnung zweier Kochkulturen vor. Als Luxemburgerin ist sie ja gewissermaßen im Grenzbereich der beiden Kochwelten aufgewachsen und weiß französisches Baguette und Petit Pain ebenso zu schätzen wie deutsches Roggenbrot aus Sauerteig. Die unterschiedlichen Kochstile werden in diesem Buch als Bereicherung und wechselseitige Inspiration betrachtet.

Mein Eindruck ist, dass das französische Erbe ein wenig dominiert, aber auch Elemente aufnimmt, die von den Zutaten vielleicht eher oder auch in Deutschland beheimatet sind. Zu den spannend klingenden Ergebnissen gehören etwa Tartelettes mit Kürbiscreme. Aus Deutschland halten aber auch Gulaschsuppe oder Kartoffelsuppe Einzug in dieses Crossover-Kochbuch. 

Klar, die französischen Gerichte klingen irgendwie feiner: Gratinierte Austern hier, Kabeljaufilet im Bierteig da, Boeuf Bourgignon und Coq au Vin hier, Tafelspitz und Rinderrouladen da. Insgesamt ist es eher gehobene bürgerliche Küche diesseits und jenseits der Grenze, es gibt aber auch bodenständige Alltagsgerichte, wie Püree aus weißen Bohnen oder Linseneintopf.

Neben einem Dessertteil führt das Buch auch einen Gebäckteil auf, sowohl herzhaft als auch süß. Ambitionierte Bäcker können sich sogar an selbstgemachtem Blätterteig erproben.

Die Photos machen Apetit auf ein individuell zusammengestelltes deutsch-französisches Menü - Variationsmöglichkeiten bietet das Buch reichlich

Lea Linster, Deutschland küsst Frankreich

GU 2024

240 Seiten, 34 Euro

9783833892011

Monday, April 1, 2024

Eine Zutat - drei Varianten

 Bitte keine eintönige Routine im Kochtopf, Pfanne oder Ofen - das ist gewissermaßen das Credo von Clemens Dreyers "Drei". Das Prinzip ist einfach: Eine Zutat wird in drei Kochvarianten präsentiert, und in der Regel handelt es sich um Zutaten, die in jeder Küche vorhanden sind, es gibt also im Zweifelsfall ein paar neue Ideen für Linsen oder Hähnchenschenkel, Auberginen oder grüne Bohnen. Selbst die einfache Brezel wird in neuem Gewand präsentiert, sei es als Knödel, sei es als Knabberei. So manches Gericht wird mal mediterran, mal asiatisch, mal eher orientalisch präsentiert - Gewürze und Kräuter können da einen erheblichen Unterschied für das jeweilige Geschmackserlebnis bedeuten.

Ob Salat oder Eintopf, Suppe oder Ofengericht, es dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein und ist in der Regel auch nicht aufwändiger als althergebrachte Rezepte mit den vorgestellten 20 Grundzutaten. Manche Überraschung ist dabei: vietnamesisches Gulasch etwa - das hatte ich bisher nie auf dem Schirm.

 Übrigens: Auch mehrere vegane Rezepte sind darunter, vegetarische sowieso. Für mich ist das Buch über die vorgestellten Rezepte hinaus auch Anregung, einfach mal mit anderer Würze mehr Abwechslung auf den Tisch zu bringen. 

Clemens Dreyer, Drei

GU 2024

160 Seiten, 26,99 Euro

9783833893254

Thursday, November 30, 2023

Say cheese!

 Bei aller Offenheit und allem Interesse: Ich werde mit Sicherheit nie hundertprozentig zur veganen Ernährung umschwenken, aus einem ganz klaren Grund: Käse! Den möchte ich nämlich ebenso wenig missen wie Joghurt, Quark oder Skyr. Klar, es gibt Alternativprodukte - aber die haben mich geschmacklich nicht überzeugt. Sorry, vegan friends!

In der Vergangenheit habe ich schon selbst Joghurt zubereitet und war von den Ergebnissen ganz angetan. Alles weitere, so bislang meine Überzeugung, ist zu kompliziert, für die Single-Küche eh zu aufwändig, und kriegt man überhaupt die Zutaten? Sennerin Marlene Kelnreiter hat mich mit ihrem Buch "Käseglück" allerdings ins Nachdenken gebracht. Nicht nur auf der Almhütte sollen sie funktionieren, ihre rund 40 Käserezepte, für Mozarella und Blauschimmelkäse, für Tilsiter und Feta. Und dann auch noch je nach Zeitaufwand schnelle oder langsame Rezepte etwa für Hüttenkäse!

Eine Anleitung mit vielen Bildern, die durch die einzelnen Arbeitsschritte führen, eine halbwegs überschaubare Anzahl an Gerätschaften, nicht zuletzt ein Troubleshooting für alle möglichen Käsekrisen - ich bin neugierig geworden, keine Frage. Noch habe ich mir nicht Lab, Käseformen und -Tücher besorgt, aber die Gedanken gehen schon stark in Richtung Käseprojekte an langen Winterabenden. 

Ergänzt wird das Buch von Eindrücken von der Alm, wobei das Leben mit Kühen, Ziegen und frühem Aufstehen gewiss sehr viel anstrengender ist, als ein Großstadtmensch beim Gedanken an Bergromantik und Kuhglocken sich vorstellen kann. Die Faszination dieser dennoch entschleunigten Lebensweise kommt in dem Buch allerdings gut rüber.

Kurz, für alle, die Käse mögen, gibt es wissenswertes zur Entstehung, und für alle, die die Käserei auch selbst ausprobieren wollen, gibt es nach der anschaulichen Einführung genug Rezepte, um ganz bestimmt den eigenen Geschmack zu treffen - vegane Varianten eingeschlossen.

Marlene Kelnreitrer, Käseglück

Löwenzahn Verlag 2023

168 Seiten, 29,90 Euro

9783706629782


Thursday, October 5, 2023

Für Feste, Freunde und Familie

 Ob es einen festlichen Anlass gibt oder ob alle in der WG-Küche essend und redend zusammen sitzen wollen - In der Rezeptesammlung "Gemeinsam essen" ist Gemeinschaft Trumpf. Das Buch des Herausgebers "Meine Familie und ich" bietet dabei ein breites Angebot von Tradition wie damals aus Omas Küche bis vegan/vegetarisch. Selbstgemachtes Müsli ist ebenso im (Frühstücks)-Angebot wie selbstgemachte Konfitüre.

Rouladen und Gulasch sind ebensowenig verpönt wie fleischlos-Leichtes. Bekanntes bekommt einen neuen Touch, etwa bei der Levante-Lasagne. Oder Corn pancakes mit Avocado Und auch Ratschläge und Tipps für ein bißchen mehr Nachhaltigkeit kommen nicht zum Kurz. Das gilt etwa für Abschnitte wie "gesundes Kochen" oder "Saisonkalender". Selbst Energie (und Kochzeit) sparen lässt sich mit Hinweisen, doch gleich die doppelte Portion Reis, Nudeln oder Kartoffeln zu kochen und am nächsten Tag zu Auflauf, Salat oder Pfannengericht zu verarbeiten.

Apropos Pfanne: Auch mit den One Pot Gerichten aus Pfanne, Topf oder vom Backblech lässt sich Energie sparen - und es gibt nicht so viel abzuwaschen. 

Auch an die Kaffeetafel wird gedacht. Kuchen im Glas und kleine Törtchen fürs Büffet sind ebenso vertreten wie der Klassiker Käsekuchen. Dich auch Deftiges ist im Angebot, etwa Katoffel-Zupfbrot oder Spinat-Tarte, die sich für ein Abendessen mit Salat ebenso eignen dürften wie für ein sommerliches Picknick. 

Ein eigener Abschnitt ist Ostern und Weihnachten gewidmet. Da isst das Auge auf jeden Fall mit, etwa wenn es um die dekorativen Eier-Küken oder Kokos-Küken geht.

Die meisten Gerichte sind für vier Portionen, gelegentlich mal mehr berechnet. Angesichts der bunten Auswahl dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Nicht zuletzt vor Festen dürften auch die Tipps zu entspanntem Werkeln in der Küche und optimaler Vorbereitung gelegen kommen.

Diverse, Zusammen essen. Rezepte, die alle Generationen glücklich machen

G+U 2023

240 Seiten, 28 Euro

9783833890604

Sunday, September 24, 2023

Sternekoch mit Rezepten "hart am Alltag"

 Wenn ein Michelin-Sternekoch ein Kochbuch schreibt, denkt man gewöhnlich nicht als erstes an Begriffe wie "einfach" und "schnell", sondern: Ist das überhaupt für mich als Amateur ohne Profuküche machbar? Ein Blick un Mario Kotaskas "Kochen hart am Alltag" lässt mich allerdings schnell erleichtert aufseufzen. Denn Kotaska hat zumindest für das wochentagstaugliche Kochprogramm versprochen, dass die Kocherei in 20 Minuten machbar ist. Da hat sich der TV-Koch doch wirklich amateurfreundlich gezeigt!

Ob Nudel-Frittata oder Rote Beete Carpacchio, Rouladen a la Oma oder selbstgemachtes Granola - vom Start in den Tag is zum Sonntagsessen, vom schnellen Gericht nach Feierabend bis zum Weihnachtsdessert sind Rezepte vertretet - auch für Veganer und Vegetarier.

In den Ratgeberabschnitten seiner Kapitel tritt der Autor gewissermaßen als Coach auf, um den Kochalltag zeitsparender und stressfreier zu gestalten. Etwa mit Tipps, wie sich der Lebensmitteleinkauf optimieren lässt. Oder wie statt eines Fertiggerichts mit Resten oder Lebensmitteln, die man eigentlich ständig auf Vorrat hat, kreativ gezaubert werden kann. Das ist überzeugend und zeigt Alternativen zu "Mac´n ´cheese" auf, die nur noch in einen Topf mit heißem Wasser geschüttet werden müssen. Kindertauglich dürfte das Rezept auf jeden Fall sein. Und auch die Gerichte zum Mitnehmen, ob Wraps , Hummus  oder "Stulle de Luxe" können eine Alternative zu Mikrowellenessen oder Schnellimbiss sein.

Zugegeben: Die Rezepte für Wochenende und Feiertage sind dann schon ein bißchen zeitaudwändiger. Machbar sind aber auch sie. Und ohne den Stress der Arbeitswoche verbringt man ja auch gerne ein bißchen mehr Zeit in der Küche für was Besonderes.  Überwiegend finden sich hier klassische deutsche Gerichte, etwa Rouladen oder Gulasch. Aber auch Fischgerichte und mediterrrane Anklänge kommen nicht zu kurz. Der geröstete Blumenkohl mit Minz-Koriander-Raita hat sich bei mir schon bewährt.  Und auch Resteverwertung wie der Brotauflauf mit Pilzen oder der easy fried rice überzeugen durch ihre Alltagstauglichkeit. Die Fotos, die  nicht nur appetitliches auf dem Teller, sondern auch einen sichtlich gechillten Koch zeigen, tragen dazu bei, zu überzeugen: Alles keine Hexerei, sondern sehr machbar. 


Mario Kotaska, Kochen hart am Alltag

G+U 2023

160 Seiten, 24 Euro

978-3-8338-8823-6

Sunday, January 15, 2023

Nicht nur Porridge und Granola: Gesundmacher Hafer

 "Gesundmacher Hafer" von Doris Frtizsche und Martina Kittler erschien für mich genau zum richtigen Zeitpunkt: Seit ein paar Wochen experimentiere ich mit Hafer, neue Rezepte kamen also höchst gelegen. Dass Hafer gesund ist, ist ja durchaus bekannt, allein in Verbindung mit schmackhaften Gerichten hatte ich das Getreide nicht so auf dem Schirm. Eher mit dem Haferschleimsüppchen, dass ich in meiner Kindheit bei verdorbenem Magen vorgesetzt bekam, umd das schmeckte ähnlich apettitanregend, wie der Name klingt. Auch Porridge, etwa bei befreundeten Engländern, ließ so jeden Anreiz vermissen.

Aber nun wollte ich dem Hafer eine neue Chance geben - mit Zimt, mit ein paar untergemischten Nüssen oder Saaten, mit Beeren oder Troclenfrüchten schmeckte es schon nicht mehr ganz so blah.  "Gesundmacher Hafer" sorgte dann für weitere Ideen, aber erst mal für den theoretischen Überbau, nämlich mit der Erläuterung der Inhaltsstoffe, die Hafer oder Haferkleie eben so wertvoll für den Organismus machen: Hafer sättigt und hält ordentlich vor, man kommt also nicht so leicht in Versuchung, in einem Heißhungeranfall Süßes oder Fettiges in sich hineinzustopfen. Das im Hafer enthaltene Beta-Glucan hilft auch bei der Regulierung von Blutzuckerwerten und kann sogar den Cholesterinspiegel senken.

Mit beidem hatte ich in der Vergangenheit zwar keine größeren Probleme, aber dass mein Hafermüsli ein guter Sattmacher war und mich spürbar mit Energie versorgte, das hatte ich nach einigen Wochen selbst schon festgestellt. Die bioorganischen Prozesse erläutern die Autorinnen in ihrem Buch nachvollziehbar, sogar eine Haferkur wird vorgestellt.

Während Hafer für mich bisher vor allem ein Frühstücksbestandteil war, werden in dem Buch aber auch herzhafte Gerichte vorgestellt, Haferrisotto etwa oder Haferbrei mit orientalischem Flair und mit Gemüse. Ich hatte beim Lesen jedenfalls gleich Ideen zum Improvisierten und neuen Kombinationen, zumal ich nicht zu denen gehöre, die carbs rigoros ablehnen oder als Dickmacher verteufeln.

Klar, dass auch das Backwerk nicht fehlt, vom Haferkeks, über Brot und Brötchen, aber auch Kuchen mit Haferkruste als Boden. Auch wenn ich seit Beginn meiner Haferfrühstücke schon ahnte, dass Hafer nicht langweilig schmecken muss, habe ich in diesem Buch viel gefunden, was nicht nur meine Frühstücksgewohnheiten bereichern word. 


Doris Fritzsche, Martina Kittler, Gesundmacher Hafer

GU 2023

160 Seiten, 17,99

:978-3-8338-8718-5

Friday, October 21, 2022

Italienische Momente in goldenem Buchmantel

Anschaulichkeit und apettitmachende Food-Photography gehören zu den Kennzeichen der GU-Rezeptreihen, auf die sich Leser verlassen können - in der Regel auch auf eine Rezeptmischung, in der für jeden etwas dabei sein dürfte. Manche Bände sind eher schmale Übersichten, andere, wie die "Goldene Reihe" ein thematischer Rundumschlag - ob nun vegan, Low Carb, Pasta etc. Mit "Italien" kommen  nun auch italienische Kochmomente zwischen die umfangreichen goldenen Buchdeckel.

Dass italienische Küche weitaus mehr ist als nur Pasta und Pizza, ist ja klar. Beides fehlt auch hier nicht und das eine oder andere habe ich schon mit Genuss ausprobiert. Gegliedert ist das Buch in die Kapitel Pane (wobei zu Brot auch Bruschetta, Crostini und Pizza gehören), Antipasti, Pasta... In jedem Kapitel ist den "Lieblingsklassikern" eine Extra-Seite gewidmet.

Bei den "Secundi"darf dann Vielfalt über Scaloppini und Saltimbocca hinaus gezeigt werden,  etwa Rotbarbe auf Spargel-Zitrone-Salat, Thunfisch mit Balsamico-Zwiebeln, Geschnetzeltes vom Rind mit Radicchio oder Lammtopf aus dem Ofen. Im Gemüseteil gibt es  nicht nur Rezepte, sondern auch Anleitung zur Zubereitung einer frischen Artischocke. Neben dem immer leckeren italienischen Brotsalat hat mich hier besonders der Linsensalat mit Löwenzahl und Ziegenkäse überzeugt. In die aktuelle Jahreszeit passend und gleich erfolgreich ausprobiert ist das Kürbisgemüse aus dem Ofen.

Klar, dass in einem Italien-Kochbuch die Dolci nicht fehlen dürfen, neben dem Klassiker Tiramisu kommen auch Semifreddo, Zabaione, Pana-Cotta und italienisches selbstgemachtes  Gebäck zum Espresso nicht zu kurz. Das ist alles bellissime und dürfte keine  Wünsche von Italien-Fans offen lassen. Nur Veganer kommen vermutlich weniger auf ihre Kosten.

Adriane Andreas (Hrdg), Italien! Das Goldene von GU

GU 2022

352 Seiten, 25 Euro

ISBN 978-3-8338-8728-4

Tuesday, September 13, 2022

Omas Küchengeheimnisse treffen vegane Küche

 Vermutlich haben wir alle Kindheitserinnerungen an Gerichte, die selbst die Mutter nicht so ghut hingekriegt hat wie die Oma. Mahlzeiten, die ein Wohlfühlgefühl hinterließen, mit denen wir Erinnerungen an Verwöhntwerden, viel Liebe und eben an die Oma verbinden. An die leckersten Bratkartoffeln der Welt oder den Lieblingskuchen, den nur sie so hinbekam.

Angelique Vochezer geht es ähnlich. Allerdings ernährt sie sich seit ein paar Jahren vegan. Was tun, um die leckeren Kindheitserinnerungen nicht ins Reich von "es war einmal...." zu versetzen? Glück für die Autorin: Ihre Oma reagierte nicht mit einem verständnislosen "Kind, wie kannst du nur....?!". Die beiden tüfelten an den Tradtionsrezepten nach Hausmacherart, bis es für geschmackliche Alternativen reichte.

In "Omi, ich bin jetzt vegan" präsentieren Vochezer und ihre Oma Ingeborg Tessmann insgesamt 74 Traditionsgerichte, umgesetzt für Veganer. Ob Käsespätzle oder gefüllte Paprikachoten, Frikadellen oder Kaiserschmarrn - zumindest auf den Fotos sehen die Gerichte so aus wie die Vorbilder mit Ei, Käse oder Fleisch. Da hilft es sicherlich, dass es mittlerweile viele vegane Produkte gibt, die dem Originalvorbild seh ähnlich sehen. Und manches, wie Kartoffelsalat, ist ja zum Glück von vornherein sowohl für Veganer wie für alle anderen denkbar.

Neben deftigen Gerichten gibt es auch Süßes, etwa für die Kaffee- und Kuchenrunde oder Plätzchen für die Weihnachtsbäckerei. 

Da ich Flexitarierin bin, werde ich mich sicherlich bei solchen Traditionsgerichten nicht nach veganen Alternativen umsehen, es sei denn, ich habe Veganer zu Besuch. und dann würde ich vermutlich eher nicht deutsch-traditionell kochen. Für alle Veganer mit sehnsüchtigen Erinnerungen an die Hausmannskost ihrer Mütter und Großmütter dürfte dieses Buch allerdings die Gewissheit bringen, dass ihre Ernährung nicht den ewigen Verzicht auf kulinarische Kindheitserinnerungen bedeuten muss.


Angelique Vochezer, Ingeborg Teßmann, Omi, ich bin jetzt vegan

Allegria, 2022

192 S. 22,99

9783793424451

Saturday, February 27, 2021

Vorbereitung ist alles: Meal Prep

 "Be prepared" lautet ja schon das Motto der Pfadfinder (und der jungen Pioniere). In der Küche ist das auch von Vorteil, wie Listen führende Hausfrauen wissen, die schon am Wochenende die Mahlzeiten für die nächste Woche durchgeplant haben. Wer es nicht ganz so durchorganisiert braucht, kann in Lena Merz´Buch "Meal Prep" immerhin ein paar Alltagshacks erlernen, die morgens ein paar Minuten mehr Schlaf erlauben, weil das Frühstück schon weitgehend vorbereitet ist. Oder mittags eine Mini-Sporteinheit oder einen Spaziergang einlegen zu können, weil die Mahlzeit gleich griffbereit oder "to go" ist - das ist doch eine win-win-situation. Vor allem, da es hier heißt: einmal zubereiten, vier mal essen. Also dreimal die Zeit fürs Kochen anders nutzen - doch, das hat was.

Darunter sind in dem bei G+U erschienenen Buch Klassiker wie overnight oats oder ein Overnight Bircher Müsli - das habe ich tatsächlich schon ab und an in meinen Alltag integriert, auch wenn ich mehr der "Morgens brauch ich einen schwarzen Kaffee"-Typ bin. Aber manchmal zeichnet sich halt doch ab, dass es ein langer Tag ohne (Essens)-Pause wird - und dann tut eine Unterlage gut. Nicht nur morgens, sondern auch als Snack oder Zwischenmahlzeit dürfte das Maisbrot mit Feta schmecken. Und auch Falafel mit Couscoussalat sind sowohl im Home Office als auch unterwegs ein leckerer Lunch. Neugierig bin ich auch schon auf die Rotokohl-Quesadillas mit Tomatensalsa - das klingt ganz nach einer Mahlzeit, die jetzt im Frühjahr den Winterpfunden zu Leibe rücken könnte.

Einige der Rezepte überraschen mit Kombinantionen, auf die ich nicht gleich gekommen wäre - ein Paprikadip mit weißen Bohnen etwa oder Wirsinglasagne mit Garnelen. Wie üblich, steigt auch angesichts der Fotos der Appetit und die Lust, hier mal was Neues auszuprobieren - und in der durch  Vorratsvorbereitung gewonnenden Zeit lässt sich schon wieder in der Rezeptsammlung schmökern.


Lena Merz, Prep Meal

G+U, 2021

64 Seiten, 11.99