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Thursday, September 18, 2025

Kulinarische Mitbringsel

 Der Titel ist Programm: "Bringst du was leckeres mit"? aus der Kochbuchreihe von GU gibt Hilfestellung, wenn es eben nicht zum X-ten Mal Nudelsalat oder kalter Hund sein sollen, die man zum Partybüffet, Grillabend oder einem anderen Treffen mit Freunden oder Familie mitbringt.

Die Autoren geben dabei auch logistische Planungshilfe - nach dem Motto: "Gut vorbereitet ist halb mitgebracht". Daher gibt es Tips für auslaufsichere Transportbehälter wie Schraubgläser (also nicht die leeren Marmeladen- oder Jogurtgläser wegwerfen) und den Rat, Schuhkartons nicht gleich wegzuwerfen - sie eignen sich prächtig für den Transport von Cookies oder Muffins.

Die Rezepte für kulinarische Mitbringsel sind saisonal und nach Anlässen gegliedert - etwa einen Erdbeer-Rhabarber-Blitzkuchen oder grünen Gazpacho im Frühling, Tomaten-Feigen-Salat mit Schinken oder Wassermelonen-Garnelensalat im Sommer, Kürbissuppe mit Apfel oder Pumpkin-Pie im Herbst oder Bratapfelaufstrich oder Winterlasagne mit Wirsing im Winter. Danaben gibt es in diesen saisonalen Kapiteln aber auch reichlich Rezepte, die auch in andere Jahreszeiten gut passen - Suppen, Salate, Aufstriche und Gebäck, Süßes und Herzhaftes. 

Hinzu kommen extra-Tipps für Saucen und Marinaden, mit denen Rezepte abgewandelt werden können. Ergänzt wird das reich bebilderter Buch mit ein paar Deko-Tipps, damit das Mitbringsel nicht nur lecker, sondern auch optisch ansprechend verpackt ist. Meine Meinung nach der Lektüre: Passt zum Mitbringen, erfreut aber auch zu Hause ohne feierspezifischen Anlass!

Bringst du was Leckeres mit?

GU 2025

25 Euro

9783833898365

Tuesday, September 13, 2022

Omas Küchengeheimnisse treffen vegane Küche

 Vermutlich haben wir alle Kindheitserinnerungen an Gerichte, die selbst die Mutter nicht so ghut hingekriegt hat wie die Oma. Mahlzeiten, die ein Wohlfühlgefühl hinterließen, mit denen wir Erinnerungen an Verwöhntwerden, viel Liebe und eben an die Oma verbinden. An die leckersten Bratkartoffeln der Welt oder den Lieblingskuchen, den nur sie so hinbekam.

Angelique Vochezer geht es ähnlich. Allerdings ernährt sie sich seit ein paar Jahren vegan. Was tun, um die leckeren Kindheitserinnerungen nicht ins Reich von "es war einmal...." zu versetzen? Glück für die Autorin: Ihre Oma reagierte nicht mit einem verständnislosen "Kind, wie kannst du nur....?!". Die beiden tüfelten an den Tradtionsrezepten nach Hausmacherart, bis es für geschmackliche Alternativen reichte.

In "Omi, ich bin jetzt vegan" präsentieren Vochezer und ihre Oma Ingeborg Tessmann insgesamt 74 Traditionsgerichte, umgesetzt für Veganer. Ob Käsespätzle oder gefüllte Paprikachoten, Frikadellen oder Kaiserschmarrn - zumindest auf den Fotos sehen die Gerichte so aus wie die Vorbilder mit Ei, Käse oder Fleisch. Da hilft es sicherlich, dass es mittlerweile viele vegane Produkte gibt, die dem Originalvorbild seh ähnlich sehen. Und manches, wie Kartoffelsalat, ist ja zum Glück von vornherein sowohl für Veganer wie für alle anderen denkbar.

Neben deftigen Gerichten gibt es auch Süßes, etwa für die Kaffee- und Kuchenrunde oder Plätzchen für die Weihnachtsbäckerei. 

Da ich Flexitarierin bin, werde ich mich sicherlich bei solchen Traditionsgerichten nicht nach veganen Alternativen umsehen, es sei denn, ich habe Veganer zu Besuch. und dann würde ich vermutlich eher nicht deutsch-traditionell kochen. Für alle Veganer mit sehnsüchtigen Erinnerungen an die Hausmannskost ihrer Mütter und Großmütter dürfte dieses Buch allerdings die Gewissheit bringen, dass ihre Ernährung nicht den ewigen Verzicht auf kulinarische Kindheitserinnerungen bedeuten muss.


Angelique Vochezer, Ingeborg Teßmann, Omi, ich bin jetzt vegan

Allegria, 2022

192 S. 22,99

9783793424451

Monday, July 12, 2021

Das Gemüse lebt - Magic Fermentation

 Seit Kimchi ein It-Gericht ist haben auch die Hipster Uromas Methoden des Einweckens und Fermentierens wieder entdeckt. Klares Beispiel dafür - neben gefühlt unzähligen Blogs zum gleichen Thema - ist "Magic Fermentation" von Marcel Kruse und Geru Pulsinger. Die beiden entsprechen nicht nur dem Hipster-Klischee (Bart - check, Tatttoos - check, Klamotten - check - social media-affine Präsentation - check). Auch Kimchi spielt eine tragende Rolle. In vielerlei Gestalt. Etwa farblich akzentuiert mit roter Beete (noch so ein It-Gemüse, dem ich leider gar nichts abgewinnen kann, aller gesundheitlichen Argumente und polnischer Gene zum Trotz) und Kurkuma. Golden Chi! das wird der It-Faktor quasi multipliziert!

Und natürlich wird nicht nur einfach nur eingelegt, eingekocht usw, nein, die Fermentista-Ninjas sind am Werk.  Will auch ich zum Gärgemüse-Flüsterer werden, wie es das Buch verspricht? Immerhin, meinen Joghurt mache ich schon sellbst. Das Buch will mich in die Lage versetzen, mich auch zu den Höhen von selbstgemachtem Frischkäse und Mozarella aufzuschwingen. Da bin ich schon mal sehr dafür.

Auch Kefir und selbstgemachter Essig sind dabei, Kimchi sowieso und jede Menge Obst und Gemüse, von dem ich bisher gar nicht wusste, dass man es fermentieren kann. Die Autoren lassen teilhaben an ihren Experimenten  - und verschweigen dabei auch nicht ihre Misserfolge, das ist sympathisch. Denn es kann so einiges schief gehen bnei falschen Temperaturen oder mangelnder Hygiene, wenn Schimmelbefall die propmte Strafe für das arme Fermentiergemüpse ist, das ja gar nichts dazu kann. 

Mit mehr als 150 Rezepten müsste eigentlich für jeden was dabei sein. Allerdings - der Platzmangel in Küche und Wohung dürfte meinem Weg zur Fermentier-Ninja im Wege stehen. Dabei macht sauer doch bekanntlich lustig! 

Für Leser mit entsprechend großer Küche hingegen gibnt es die Theorie, die Basics, die Exoten und Rezeptvorschläge. Also schnippeln, kneten, einlegen und warten, bis die Milchbakterien und Co ihren Job erledigt haben!


Marcel Kruse, Geru Pulsinger. Magic Fermentation

Löwenzahn Verlag, 2021

304 Seiten, 29 Euro

978-3-7066-2686-6