Sunday, June 9, 2019

Auch Zweibeiner brauchen´s artgerecht...

Eigentlich eine klare Sache: Nicht nur Tiere sollten artgerecht gehalten werden, um gesund zu bleiben und sich wohl zu fühlen - auch wir Menschen sollten "artgerecht" leben und uns ernähren. "Artgerechte Ernährung" lautet denn auch der Titel des im Gräfe und Unzer-Verlag erschienenen Buches von Mattias Riedl.

Die Einsicht beim Blick in Supermarktregale ist nicht neu: vieles von dem, was es dort zu kaufen gibt und von dem wir uns zumindest teilweise ernähren, sind verarbeitet, mit Konservierungs- und Zusatzstoffen versehen. Convenience-Food, das schon fertig in der Kühltheke wartet, konkurriert mit den frischen Zutaten, die erst einmal zu Hause zu einer Mahlzeit verarbeitet werden. Wie leicht und bequem ist es, da faul zu sein und einfach ins Regal zu greifen. Und wenn das nicht nur gelegentlich, sondern regelmäßg vorkommt - mahnt da nicht die innere Stimme, einmal wegen Verpackungsmüll, der sich so anhäuft, aber auch wegen der Frage, ob das denn alles wirklich so frisch, gesund und ohne Konservierungsstoffe wie bei eigener Zubereitung ist.

Doch "falsche" Ernährung macht nach Meinung des Ernährungsmediziniers Riedl auf Dauer krank - und viele Krankheiten lassen sich seinem Buch zufolge mit Hilfe einer Ernährungsumstellung lindern, wenn nicht sogar heilen. Dass eine gesunde Ernährung hilft, Bluthochdruck, Diabetes und anderen Krankheiten vorzubeugen, ist ja nicht ganz neu.

Artgerechte Ernährung besteht hauptsächlich aus Gemüse, Obst und hochwertigen Fetten. Sie ist ballaststoff- sowie kohlenhydratreich und zudem zuckerreduziert. Zudem enthält sie zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe, viel pflanzliches Eiweiß, kaum rotes dafür viel weißes Fleisch, Fisch, Nüsse, Gewürze und Kräuter.

Wie so eine Ernährungsumstellung aussehen könnte, zeigt der Rezeptteil. Dabei dürfte für jeden Geschmack und unterschiedliche Gewohnheiten etwas zu finden sein: Frühstück herzhaft oder süß, ausführlich oder leicht, und dementsprechend auch die anderen Mahlzeiten so gestaltet, dass sie in Kombination nicht zu Völlerei geraten. Dabei gibt es manche Abwandlung zu herkömmlichen Gerichten, die die Wertigkeit steigern sollen - das Pilzrisotto aus Hirse etwa hat gleich meine Aufmerksamkeit geweckt. Oder gebackene grüne Bohnen mit Feta - das passt gerade gut in die Gemüsesaison.

Zu vielen der Rezepte gibt es zusätzliche Hinweise zur speziellen Wirkung, zum Beispiel knochenstärkend, entzüdnugshemmend oder durchblutungsfördernd. Vieles is mediterran oder asiatisch angehaucht und passt damit direkt in mein "Kochen-Beuteschema".

Informativ sind auch die Zwischenkapitel, in denen Lebensmittelgruppen auf ihre Inhaltstoffe und ihren Ernährungswert hin beschrieben werden. Vieles davon ist für diejenigen, die grundsätzlich schon auf gesunde Ernährung achten, sicher nicht neu. Aber es schadet ja auch nichts, das alles noch mal kompakt zusammengefasst zu haben. Viele interessante und lecker klingende Anregungen sind hier zu finden, denn schließlich gilt fürs Essen: Es muss schmecken - sonst macht eine Ernährungsumstellung keinen Spaß und dürfte früher oder später zum Scheitern verurteilt sein

 Matthias Riedl, Artgerechte Ernährung
Verlag: GU, 2019
216 Seiten, 19,99 Euro
ISBN: 978-3-8338-6833-7

Saturday, June 8, 2019

One pot challenge - Topf, Pfanne oder Blech?

Wo lässt sich Essen am schmackhaftesten zubereiten - aus Topf, Pfanne oder vom Blech? Das ist die Herausforderung bei der "One Pot Challenge" von Jumbo Schreiner, Martin Kintrup, Sarah Schocke, Sandra Schumann. 20 Hauptzutaten werden von den drei Teilnehmern der Challenge zu insgesamt 60 Rezepten umgesetzt und Juror Jumbo Schreiner darf dazu sein Urteil abgeben. Eines Voraus: Nicht nur Jumbo steht bei der Entscheidung vor einer Herausforderun, auch ich als Leserin war sehr angetan von den Variationen.

Eines spricht schon mal für die meisten der Rezepte: Sie sind überwiegend schnell zubereitet und es fällt wenig Abwasch an bei der Beschränkung auf einen Topf, eine Pfanne beziehungsweise ein Ofenblech. Also super für Berufstätige, die nicht stundenlang in der Küche stehen wollen.

Die Grundzutaten können bodenständig sein wie Sauerkraut, Linsen oder Kartoffeln,  etwas edler wie Lachs- oder Schweinefilet oder vitaminreich wie Broccoli oder Paprika. Unter den Rezepten, die dabei herausgekommen sind, sind zu meiner Freude auch diverse Curries und mediterran angehauchte Rezepte. Klassiker bekommen einen besonderen Touch wie etwa Chili con carne mit einem Hauch von Schokolade. Freunde der eher deftigen Küche dürften Freude am westfälischen Pfefferpotthast und diversen Stews und Suppen haben. Wobei es auch eine Auswahl von Gemüsesuppen gibt - die Paprikasuppe etwa ist ein echter Hingucker!

Zugegeben: Noch habe ich keines der Rezepte nachgekocht, aber das liegt wirklich nur an einer stressigen Arbeitswoche, in der keine Zeit blieb, frische Zutaten einzukaufen. Was ich gelesen habe, machte aber rundum einen leckeren Eindruck und da das Auge bekanntlich mit isst, waren auch die begleitenden Bilder ein weiterer Apetitanreger.

Sonderlich kompliziert und aufwändig klingt keines der Gerichte, wobei klar ist, dass Schmorfleisch nun mal seine Zeit braucht. Aber insgesamt: Schnelle, unkomplizierte, leckere Gerichte, an denen auch Menschen Freude haben sollten, die keine Kochprofis sind und vor allzu komplizierten Rezepten zurückschrecken!

Jumbo Schreiner, Martin Kintrup, Sarah Schocke, Sandra Schumann, Die One Pot Challenge
Gräfe und Unzer, 2019
192 Seiten, 19,99
978-3-83386978-5