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Thursday, March 20, 2025

Achtung Snack attack? Strategien gegen Heißhunger

 Das Gefühl hat wohl jeder schon mal erlebt: Blutzuckerspiegel auf Talfahrt, Kopf leer, Magen beleidigt aufjaulend. Heißhungerattacke eben und der Körper schreit nach neuer Energiezufuhr, ganz schnell. Die SOS-Response ist dann oft etwas Süßes oder Fettes. Für den Moment wirkungsvoll, aber langfristig nicht wirklich gesund. In seinem Buch "Anti-Heißhunger" gibt Ernährungs-Doc Matthias Riedl Tipps, wie es gar nicht erst so weit kommt. Denn, so Riedl: Bei Heißhunger-Attacken verliert man schnell die Kontrolle darüber, was und wie viel man pro Tag ist und eher zu Lebensmitteln greift, die nicht unbedingt gesund sind.

Was also tun, damit es gar nicht erst so weit kommt? Die richtige Ernährung ist dabei schon mal Gold wert, denn wenn der Körper mit allen wichtigen Makronährstoffen versorgt wird, hält der Blutzuckerspiegel spielend bis zur nächsten Mahlzeit durch.

In seinem Anti-Heißhunger-Buch stellt Riedl Rezepte vor, die eine gesunde Mischung von Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten bieten und obendrein lecker klingen, etwa baked oatmeal mit Skyr (sowie Beeren und Nüssen) zum Frühstück oder einen Hirse-Kokos-Brei mit Orange oder ein Hüttenkäse-Müsli.Auch vegane Rezepte sind dabei, etwa die eher herzhaften asiatischen Linsenpfannkuchen.

Mit der One-Pot-Zucchinipasta mit Lachs ist ein Hauptgericht auch abwaschsparsam, ebenso der Hähnchen-Gemüseauflauf oder die Kohlrabilasagne.

Das Prinzip wird noch einmal extra erläutert: ausreichend Eiweiß, denn dessen Zerlegung in seine Bausteine dauert im Magen-Darm-Trakt länger. Mäßig Kohlenhydrate, und von denen möglichst komplexe, etwa aus Hülsenfrüchten, Vollkorn oder Gemüse und gesunde Fette, die ebenfalls lange verdaut werden. Ballaststoffe und Volumen im Magen liefert Gemüse, davon dürfen es ruhig 400 bis 500 Gramm sein. Als Akutmaßnahmen gegen Heißhunger rät Riedl zu reichlich Trinken und Zähneputzen - das Pfefferminz in der Zahnpasta könne Hungergefühle dämpfen.

Im Vergleich zu anderen Büchern Riedls ist der Rezeptteil eher überschaubar, aber es geht ja darum, dass Prinzip an sich zu erläutern. Mit dieser Strategie im Hinterkopf kann jede*r die eigenen Rezepte entsprechen abwandeln.


Matthias Riedl, Anti-Heißhunger

GU 2025

12,99 Euro

9783833889899

Sunday, January 15, 2023

Nicht nur Porridge und Granola: Gesundmacher Hafer

 "Gesundmacher Hafer" von Doris Frtizsche und Martina Kittler erschien für mich genau zum richtigen Zeitpunkt: Seit ein paar Wochen experimentiere ich mit Hafer, neue Rezepte kamen also höchst gelegen. Dass Hafer gesund ist, ist ja durchaus bekannt, allein in Verbindung mit schmackhaften Gerichten hatte ich das Getreide nicht so auf dem Schirm. Eher mit dem Haferschleimsüppchen, dass ich in meiner Kindheit bei verdorbenem Magen vorgesetzt bekam, umd das schmeckte ähnlich apettitanregend, wie der Name klingt. Auch Porridge, etwa bei befreundeten Engländern, ließ so jeden Anreiz vermissen.

Aber nun wollte ich dem Hafer eine neue Chance geben - mit Zimt, mit ein paar untergemischten Nüssen oder Saaten, mit Beeren oder Troclenfrüchten schmeckte es schon nicht mehr ganz so blah.  "Gesundmacher Hafer" sorgte dann für weitere Ideen, aber erst mal für den theoretischen Überbau, nämlich mit der Erläuterung der Inhaltsstoffe, die Hafer oder Haferkleie eben so wertvoll für den Organismus machen: Hafer sättigt und hält ordentlich vor, man kommt also nicht so leicht in Versuchung, in einem Heißhungeranfall Süßes oder Fettiges in sich hineinzustopfen. Das im Hafer enthaltene Beta-Glucan hilft auch bei der Regulierung von Blutzuckerwerten und kann sogar den Cholesterinspiegel senken.

Mit beidem hatte ich in der Vergangenheit zwar keine größeren Probleme, aber dass mein Hafermüsli ein guter Sattmacher war und mich spürbar mit Energie versorgte, das hatte ich nach einigen Wochen selbst schon festgestellt. Die bioorganischen Prozesse erläutern die Autorinnen in ihrem Buch nachvollziehbar, sogar eine Haferkur wird vorgestellt.

Während Hafer für mich bisher vor allem ein Frühstücksbestandteil war, werden in dem Buch aber auch herzhafte Gerichte vorgestellt, Haferrisotto etwa oder Haferbrei mit orientalischem Flair und mit Gemüse. Ich hatte beim Lesen jedenfalls gleich Ideen zum Improvisierten und neuen Kombinationen, zumal ich nicht zu denen gehöre, die carbs rigoros ablehnen oder als Dickmacher verteufeln.

Klar, dass auch das Backwerk nicht fehlt, vom Haferkeks, über Brot und Brötchen, aber auch Kuchen mit Haferkruste als Boden. Auch wenn ich seit Beginn meiner Haferfrühstücke schon ahnte, dass Hafer nicht langweilig schmecken muss, habe ich in diesem Buch viel gefunden, was nicht nur meine Frühstücksgewohnheiten bereichern word. 


Doris Fritzsche, Martina Kittler, Gesundmacher Hafer

GU 2023

160 Seiten, 17,99

:978-3-8338-8718-5