Friday, February 2, 2024

Essen in allen Farben des Regenbogens

 Je bunter, desto gesünder - das ist das Motto von Carolin Kotkes Buch "Eat colourful, feel better". Das möglichst alle Farben des Regenbogens auf den Teller kommen sollen und damit nicht die Farbpalette von Bonbons oder Gummibärchen gemeint ist, ist ja nun keine große Neuigkeit, Kotke beginnt ihr Buch mit einem informativen Erklärteil über Makronährstoffe und auf welche Mängel der Heißhunger auf bestimmte Dinge hindeuten kann. Ausführlich  geht es dann um die individuelle Berechnung, was der eigene Körper an Kohlehydraten, Proteinen und Fetten braucht und in welchen Lebensmitteln die gefunden werden. Auch auf die Vor- und Nachteile bestimmter Nahrungsmittel wird eingegangen.

Richtig praktisch fand ich den Abschnitt über das Blutbild und worauf man dabei achten sollte. Nicht alle Ärzte nehmen sich nach einem Check-Up schließlich die Zeit, hier ausführlich zu erklären, sondern rattern, wenn sich nichts auffälliges oder alarmierendes ergeben hat, die Werte einfach so runter - es ist also schon hilfreich, für den eigenen Blick auf den Werte-Ausdruck  ein bißchen Hintergrund zu haben, Auch wo welche Vitamine und Mineralstoffe zu finden sind, wird in diesem Abschnitt noch einmal ausführlich erläutert. Interessant fand ich auch die Auflistung von "Nährstoffräubern" und wie man am besten mit ihnen umgeht. Dass schwarzer Tee die Aufnahme von Eisen hemmt, habe ich zum Beispiel noch nicht gewusst.

Wenn es um den Einkauf geht, heißt die Empfehlung wie so oft Bio, regional und saisonal, hilfreich empfand ich den Zutatencheck, der etwa beim Aufspüren von verstecktem Zucker oder unerwünschten Zusatzstoffen helfen soll. Und auch der Tipp, was wo im Kühlschrank gelagert werden sollte statt einfach auf den nächsten freien Platz gestellt zu werden, ist ein sinnvolles Haushaltshelferlein. 

Nach viel Theorie kommt Kotke dann zum praktischen Teil, sprich 50 basischen Rezepten, die auch Varianten enthalten, etwa der Porridge-Baukasten aus verschiedenen Getreiderten, Toppings, Gewürzen usw. Darunter fand ich auch bisher nicht gekannte Rezepte, etwa Carrot Cake overnight oats oder Süßkartoffel Toasties (klingen lecker, wären mir morgens allerdings zu aufwendig). Auch das Kichererbsen-Fladenbrot würde ich vermutlich erst abends backen. Vor allem die leckeren bunten Salate haben es mir im Rezeptteil angetan. Bei den Gemüsegerichten habe ich andernorts schon mehr Vielfalt gesehen,  schlecht dürften die Veggie Lasagne oder anderen vegetarischen Rezepte trotzdem nicht sein. Relativ ausführlich ist auch der Abschnitt für Süßes - von Energy Balls bis hin zu Protein-Brownies. Insgesamt gesehen punktet dieses Buch vor allem mit seinem Erklärteil, die Rezepte sind dann eher on top.


Carolin Kotke, Eat colourful, feel better

G+U 2024

192  Seiten, 26 Euro

9783833891489