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Friday, September 19, 2025

Schnelle und abwechslungsreiche Küche aus dem Airfryer

 Es hat ein bißchen gedauert - aber auch ich habe nun einen Airfryer. Und bin natürlich stark motiviert, mich an dem Gerät über Pommes hinauszuarbeiten und seine Möglichkeiten zu nutzen, Nachdem ich "Airfryer-Blitzrezepte" von Christian Henze gelesen habe (ja, ich bevorzuge schnelle Küche, aber kein Fast Food), kam die Erkenntnis: Mit dem Gerät alleine ist es nicht getan. da müssen auf jeden Fall noch ein paar Extras her, etwa Silikonformen oder verstärktes Backpapier (die Versuche, ganz normales Backpapier in den Frittierkorb zu falten, haben nicht wirklich überzeugt). Dann aber sind auch die Möglichkeiten, den Airfryer zu nutzen, deutlich verbessert.

Denn dann gibt es auch Frittata und French Toast, Shakshuka und Rührei aus dem Airfryer - Gerichte, die ich dafür vorher nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Manche Gerichte werden durch Backschale oder Form erst möglich, die ich in der klassischen Pfanne so nicht zustande gebracht hätte, etwa den Pancake-Quader, hier mit Kokos, weißer Schokolade und Konfitüre. Mit loaded nachos, einer Veggie-Lasagne oder einem Zucchini-Gratin gibt es leckere kleine Gerichte, die Henze in seinem Buch vorstellt. Mit Lachfilet Wasabi-Stylev oder Rumpsteak mit Pfefferkruste werden zumindest für den Single-Haushalt auch Hauptgerichte machbar, selbst als Tandoori-Ofen wird der Airfryer verwendet.

Dass der Airfryer auch zum Backen genutzt werden kann, ist mir aufgrund der Gebrauchsanleitung bereits klar gewesen, hier finden sich nun aber auch Rezepte. Von Lava Cake über Apfel Crumble bis hin zum karamellisierten Kaiserschmarrn gibt es Rezepte für Süßmäuler, die warm besonders gut schmecken dürften.

Die "Airfryer-Blitzrezepte" haben mir viele Anregungen gegeben und ich freue mich schon aufs Ausprobieren. Jetzt müssen erst mal ein paar Backschalen her.


Christian Henze, Airfryer-Blitzrezepte

Becker Jost Volk Verlag

192 Seiten, 29,99 Euro

978-3-95453-369-5

Friday, March 21, 2025

Rezepte (nicht nur) für die Campingküche

 Der Frühling steht vor der Tür, die Outdoor-Saison naht, und mit "Yes we camp" hat GU ein Buch für alle aufgelegt, die beim Campen nicht nur kalte Dosenravioli aus der Dose löffeln wollen. Die Rezepte sind dabei durchaus auch alltagstauglich für die Indoor-Küche, vor allem, wenn es platz- und gerätesparend sein soll. One Pot-Gerichte bilden einen der Schwerpunkte.

Für alle diejenigen, die eher Camping-Einsteiger sind, dürfte die Liste der Gerätschaften und Lebensmittel, die man auf jedem Fall dabei haben sollte, nützlich sein. Beim Vergleich mit meinen eigenen Camping, eher Trekking,-Erfahrungen wurde mir allerdings schnell klar: Das Buch wendet sich eher an diejenigen, die motorisiert unterwegs sind, mit Wohnmobil und/oder Auto, in dem der nächste Supermarkt angesteuert werden kann. 

Wer mit Zelt und Rucksack, tagelang von der nächsten Einkaufsmöglichkeit unterwegs ist, wird hier schnell zu der Erkenntnis kommen: Alles sehr nett, aber nicht machbar. Soviel schleppt man nicht mit sich rum, wenn jedes Gramm Last auf dem Rücken Einfluss auf die eigene Ausdauer und Beweglichkeit ausmacht. Ganz abgesehen von der schnellen Verderblichkeit von Fisch oder Fleisch. Aber vielleicht ist diese Art Camping sowieso nicht die Regel bei den meisten Campern. Über die Empfehlung, einen Airfryer mit auf den Campingtrip zu nehmen, habe ich dann ziemlich schmunzeln müssen.

Unterteilt ist das Buch in kalte Küche mit Salaten und Sandwiches, Gerichte auf dem Campingkocher und Grillrezepte unterteilt. Gefehlt hat mir dabei ein Abschnitt für Einsteiger über den richtigen Umgang/Aufbau von Campingkocher mit Kartusche, das wäre sicher nützlich gewesen für alle, die kein Wohnmobil mit Küchenzeile haben.

Fazit: Die Rezepte sind nicht zu aufwändig, lassen sich mit einer überschaubaren Zahl von Zutaten umsetzen und klingen auch außerhalb von Campingurlaub empfehlenswert. Für hardcore camper in freier Natur aber eher too much.


Yes we camp

GU 2025

17,99

9783833897290

Thursday, October 5, 2023

Für Feste, Freunde und Familie

 Ob es einen festlichen Anlass gibt oder ob alle in der WG-Küche essend und redend zusammen sitzen wollen - In der Rezeptesammlung "Gemeinsam essen" ist Gemeinschaft Trumpf. Das Buch des Herausgebers "Meine Familie und ich" bietet dabei ein breites Angebot von Tradition wie damals aus Omas Küche bis vegan/vegetarisch. Selbstgemachtes Müsli ist ebenso im (Frühstücks)-Angebot wie selbstgemachte Konfitüre.

Rouladen und Gulasch sind ebensowenig verpönt wie fleischlos-Leichtes. Bekanntes bekommt einen neuen Touch, etwa bei der Levante-Lasagne. Oder Corn pancakes mit Avocado Und auch Ratschläge und Tipps für ein bißchen mehr Nachhaltigkeit kommen nicht zum Kurz. Das gilt etwa für Abschnitte wie "gesundes Kochen" oder "Saisonkalender". Selbst Energie (und Kochzeit) sparen lässt sich mit Hinweisen, doch gleich die doppelte Portion Reis, Nudeln oder Kartoffeln zu kochen und am nächsten Tag zu Auflauf, Salat oder Pfannengericht zu verarbeiten.

Apropos Pfanne: Auch mit den One Pot Gerichten aus Pfanne, Topf oder vom Backblech lässt sich Energie sparen - und es gibt nicht so viel abzuwaschen. 

Auch an die Kaffeetafel wird gedacht. Kuchen im Glas und kleine Törtchen fürs Büffet sind ebenso vertreten wie der Klassiker Käsekuchen. Dich auch Deftiges ist im Angebot, etwa Katoffel-Zupfbrot oder Spinat-Tarte, die sich für ein Abendessen mit Salat ebenso eignen dürften wie für ein sommerliches Picknick. 

Ein eigener Abschnitt ist Ostern und Weihnachten gewidmet. Da isst das Auge auf jeden Fall mit, etwa wenn es um die dekorativen Eier-Küken oder Kokos-Küken geht.

Die meisten Gerichte sind für vier Portionen, gelegentlich mal mehr berechnet. Angesichts der bunten Auswahl dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Nicht zuletzt vor Festen dürften auch die Tipps zu entspanntem Werkeln in der Küche und optimaler Vorbereitung gelegen kommen.

Diverse, Zusammen essen. Rezepte, die alle Generationen glücklich machen

G+U 2023

240 Seiten, 28 Euro

9783833890604

Sunday, October 23, 2022

Japanisch ist mehr als nur Sushi

 "Alles außer Sushi" verspricht "Tohrus Japan", das gleichermaßen Kochbiographie und Rezeptsammlung ist. Tohru Nakamuru war mir bis dahin völlig unbekannt, vermutlich weil ich zum einen wenig Sterneköche kenne und zum anderen  bei japanischer Küche tatsächlich eher gen Sushi schiele. Ganz puristisch geht es auch in diesem Buch nicht zu, was allerdings mit der persönlichen Geschichte des Autors zusammenhängt. Denn als Kind einer Deutschen und eines Japaners wuchs er mit beiden (Ess-)Kulturen auf, mit bayrischen Schmankerln ebenso wie mit der Originalküche der Großeltern in Japan, zu denen es jedes Jahr in den Sommerferien ging.Viele der Rezepte des Buches enthalten daher Fusionselemente.

Da gibt es etwa Schololaden-Cookies, die auf den ersten Blick völlig herkömmlich erscheinen, aber nicht nur weiße Schokolade und Walnuss, sondern auch Kombu-Alge enthalten. Oder die Miso-Bayerische Creme ist ein anderes süßes Crossover. Selbst so etwas deutsch-Bodenständiges wie Spätzle erhält mit Tofu eine neue Note.

Nicht alle Rezepte lassen japanische Elemente erkennen, so rätselte ich etwa bei der Entenbrust mit Chicoree, Kaki und Pinienkernen, wo die speziell japanische Handschrift des Rezeptes zu finden sei. Bei einem Gemüsegericht mit Möhren und Kohlrabi ist es dann wieder die Sauce sowie die Gemüsemarinade, die japanisches Flair in das Gericht bringt.

Einen Vorteil hat das alles - die Zutatenliste scheint nicht überirdisch schwer zu beschaffen, auch wenn ich mich bei einigen Algensorten etc schon frage, ob ich die im durchschnittlichen Asialaden finde. Denn dort kann ich zwar zuverlässig  viel für thailändische, vietnamesische und chinesische Küche einkaufen, bei speziell japanischem Zubehör könnte es aber bereits schwieriger aussehen.

Die Fotos im Buch haben teilweise "Sterne-Ästhetik" - da lese ich dann eher aus Neugier und Interesse, nicht aber mit dem Anspruch, so etwas selbst auf den Tisch zaubern zu können. Interessant ist es allemal zu sehen, was ein Profi aus den Zutaten herausholen kann.

Nicht zuletzt verrät der Autor auch ein bißchen über seine eigene Kochphilosophie. Im Glossar gibt es ein umfangreiches Verzeichnis von Zutaten, die in der japanischen Küche eine Rolle spielen. Wieder einiges dazugelernt!


Tohru Nakamura, Tohrus Japan

GU 2022

216 Seiten, 29,90

 978-3-8338-7986-9

Sunday, September 25, 2022

Kulinarische Biografie - Rezepte eines (Koch-)Lebens

 Wenn Johann Lafer auf sein Leben zurückblickt, dann ist klar: Es geht auch um Essen und Trinken, um das Verhältnis zu gutem Essen, um prägende Jahre in Restaurants und Kochshows. Die von Jan Hofer erzählte kulinarische Biografie "Ein Leben für den guten Geschmack" enthält denn auch Rezepte eines Lebens, angefangen mit der Kindheit in der Steiermark, wo ein Faible für Mehlspeisen entstand und karges Leben erforderte, möglichst alles zu verwerten - die "Rahmsuppe mit Geflügelklein" etwa ist so ein prägendes Familienrezept, das Eingang in das Buch fand.

Aller Anfang ist schwer - und so waren wohl auch die Lehrjahre in einer Grazer Brauereigaststätte nicht ganz einfach für den ehrgeizigen Nachwuchskoch, den seine Mit-Azubis als Streber betitelten. Bei der Chefin dagegen kamen die Ambitionen gut an, und der Nachwuchskoch durfte schon als Lehrling eigene Berichte zubereiten, heißt es in dem Buch. Einige Paradegerichte des Hauses, wie die Kürbiscremesuppe oder das Saftgulasch haben einen Platz im Buch gefunden. Sie lassen sich auch noch gut nachkochen, sowohl was die Herausforderung an Kochkenntnisse wie auch an die Haushaltskasse angeht.

Mit dem Kapitel Wanderjahre können Leser dann allerdings vor allem schauen und staunen. Die Perlhuhessen mit Trüffel unter der Blätterteighaube oder die Geflügelleberpraline im Kürbiskernmantel auf Gewürztraminergelee etwa wären denn doch ziemlich aufwändig. Ganz abgesehen von der Präsentation und Optik der Gerichte, was auch für die Torten und Desserts aus Lafers Zeit als Chef der Patisserie gilt.

Immerhin, in den Jahren als Fernsehkoch kommen dann publikumswirksame Gerichte hinzu, die auch nicht-Sterneköche wieder bewältigen können,  die Currywurst "La Ola" zum Beispiel. Auch das Einfach-Bodenständige kann schließlich lecker sein.

Raffiniert sind dann wieder die Rezepte, die als Beispiele der Spitzengastronomie stehen, garniert mit Anekdoten zu besonders prominenten oder herausfordernden Gästen. Präsentiert wird etwa die Vanille-Creme Brulee mit Bratapfelsorbet, die auch schon für George W. Bush beim Staatsbesuch gekocht wurde. Als dann die Bunsenbrenner zum Flambieren gezückt wurde, gab es den Erinnerungen zufolge Ärger mit dem FBI. Erst mit einem Security-Mann für jeden Mitarbeiter konnte das Dessert demnach vollendet werden. Dem US-Präsidenten habe es übrigens geschmeckt.

Fazit: Als Buch zum Nachkochen nur bedingt geeignet, außer für ambitionierte Hobbyköche, die sich auch hohen Ansprüchen stellen. Aber es ist allemal interessant, in die Töpfe der Spitzengastronomie zu gucken. Für Fans des Promi-Kochs ohnehin eine Notwendigkeit.

Johann Lafer, ein Leben für den guten Geschmack

GU 2022

192 Seiten, 26 Euro

 978-3-8338-8282-1

Saturday, July 11, 2020

Vegan muss nicht eintönig sein!

Es ist ziemlich schwer, in der GU-Reihe ein Kochbuch zu finden, mit dem ich so gar nichts anfangen kann. Höchstens, wenn es sich um ein Geschenk handelt mit einer Küchenrichtung, die so gar nicht meine ist. Der einzige Kritikpunkt ist meist, dass es sich um eher schmale, übersichtliche Bändchen handelt. Appetithappen von einem Kochbuch gewissermaßen, während sich der hungrige Leser/Hobbykoch einen Nachschlag gewünscht hätte.

Bei "Vegan! Das Goldene" ist das ganz und gar nicht so. Mit einem Umfang von 400 Seiten bleibt hier keiner hungrig und ohne Anregungen. Auch wenn die Zielgruppe offensichtlich vegan lebt, kocht und isst, finden auch Vegetarier und Flexitarier viele leckere Gerichte - und die leidenschaftlichen Carnivoren könnten zumindest mal ins Nachdenken geraten, ob sie sich nicht für das eine oder andere Gericht erwärmen könnten. Zumal es sehr viel gibt, was schon mal lecker in den Tag hilft - ob Müsli oder selbstgemachte Energieriegel, Smoothies oder Brot, Dips und Aufstriche, die schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Golden Mango Milk (mit Kurkuma) oder Schoko-Pflaumen-Smoothie etwa haben mich sofort überzeugt.

Sehr viele Rezepte dürften der Tatsache geschuldet sein, dass Veganer in Kantinen meist nur ein sehr sparsames Angebot finden, denn es gibt viele Snacks und "to go"-Rezepte, die als Lunch im Glas oder aus der Box für den kleinen Hunger zwischendurch gedacht sind und neue Energie liefern. Der Bulgursalat mit scharfen Möhren etwa hatte es mir sofort angetan. Zudem sind so viele Geschmacksrichtungen vertreten, dass wirklich für jeden etwas dabei ist, zu meiner Freude auch vieles, was orientalisch, mediterran oder asiatisch ist. Dass auch viele Currys enthalten sind, dürfte niemanden wundern, der die indische Küche kennt - so ein leckeres Dhal etwa ist schließlich in vielen Variationen möglich.

Aus meiner ganz persönlichen Sicht überflüssig sind die Gerichte, die nach Fleisch aussehen, angeblich auch so schmecken, aber trotzdem vegane Schnitzel, Burger oder "Currywürste" sind. Aber das ist vermutlich meine flexitarische Ignoranz, die nicht einsieht, warum jemand, der vegan lebt, dennoch etwas essen will, was nach Fleisch aussieht. Auf den wie immer in der Buchreihe liebevoll fotografierten und anregend angerichteten Beispielbildern wirkt der vegane Fleischlook jedenfalls überzeugend.

Zugegeben: Ich werde nie eine echte Veganerin - dazu esse ich viel zu gerne Käse. Und vermutlich werde ich bei so manchem Gericht auch mal schummeln und Milch oder Joghurt statt die pflanzlichen Alternativen benutzen, schon allein deswegen, weil ich sie nicht vorrätig habe. Aber auf diesen 400 Seiten habe ich vieles entdeckt, was in den nächsten Wochen und Monaten bei mir auf den Teller kommen dürfte.   Und auf die "goldene Reihe" bin ich jetzt auch aufmerksam geworden.

Adriane Andreas, Vegan! Das Goldene
Gräfe und Unzer, 2020
400 Seiten, 20 Euro
 978-3-8338-7570-0