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Sunday, July 5, 2026

Schnelle Küche ganz ohne Fleisch

 Die "goldene" Reihe von GU ist immer wieder glänzend gelungen - das neue Buch, Vegetarisch Express, bildet da keine Ausnahme. Was mir regelmäßig gefällt an der Reihe, ist die große Auswahl an Rezepten, der Umfang, der es ermöglicht, auch ein bißchen auszuholen, in diesem Fall schon mit Tipps zur Zeitersparnis beim Einkaufen, Vorratshaltung und Hacks für den Küchenalltag. Vieles wende ich zwar eh schon an, aber es gibt immer wieder Erstleser*innen und Neulinge in Küche und am Herd, für die das ausgesprochen hilfreich sein dürfte. Und natürlich klasse, dass ein "Oberthema" vielfältig und mit vielen Beispielen bzw Rezepten umgesetzt wird.

"Express" bedeutet hier, die rund 200 Rezepte dauern mit Vor- und Zubereitung vielleicht eine halbe Stunde oder gehen im Ofen der Vollendung entgegen, während man sich um anderes kümmern kann und nicht ständig am Herd stehen muss.

Das Buch ist wie üblich in Kapitel mit Mahlzeiten-Gruppen eingeteilt. Den Anfang machen Vorspeisen, Mezze, Antipasti (für mich oft das Leckerste, gerade in der mediterranen/nahöstlichen Küche). Wobei beispielsweise die dort vorgestellte Zucchini-Frittata ebenso gut fürs Frühstück oder als leichtes Mittagessen passt. Für "Zwischendurch oder Vorweg" gibt es im Folgekapitel Salate, Snack und Streetfood - beide Kapitel können auch wunderbar als Inspiration für einen Brunch oder ein Partybuffet dienen. 

Bei den "Suppen und One Pots" dürfen Klassiker wie Kürbissuppe oder Ratatouille nicht fehlen, für den Herbst empfehlen sich aber auch schon die hier vorgestellte Maronen-Suppe oder Kokos-Erbsensuppe. Exotisch sind Laksa-Bowl oder Miso-Ramen-Suppe. Mit Pasta und Gnocci gibt es wiederum schnelles Soul-Food, das mit verschiedenen Gemüsen vielfältig variiert werden kann und immer passt. Im Kapitel "Gemüse satt" spielt dann  Gemüse pur, etwa aus dem Ofen, die Hauptrolle, aber auch als Bratlinge oder Fritter. Im abschließenden Dolci-Kapitel spielt dann naturgemäß Obst die Hauptrolle. Die Auswahl überzeugt von Schmankerl bis International, überfordert auch Anfänger nicht  und hält das Versprechen einer kurzen Verweildauer in der Küche.Kurz: Auch dieses "Goldene" erfüllt meine Erwartungen.

Vegetarisch Express

GU 2026

25 Euro

9783833899416

Tuesday, November 5, 2024

Mehr als pierogi und kopytki

 Die polnische Küche hat, nicht ganz zu Unrecht, den Ruf, ziemlich (kalorien-)schwer und fleischlastig zu sein. Wobei sie andererseits viel Regionales von Wald und Feld verwendet - ich sage nur Sauerampfersuppe, reichlich Pilze und die unvermeidliche rote Beete. Und wer in Warschau und anderen polnischen Städten unterwegs ist, wird festgestellt haben, dass es mittlerweile ein vegetarisches und veganes Restaurantangebot gibt.

Mit vegetarischen Klassikern wie pierogi ruski oder pierogi z grzybami i kapusta hat "Frisch aus Polen" von Michal Korkosz allerdings nur am Rand zu tun. Zum einen, weil es sich hier bei aller Liebe zur Tradition um Fusionsküche mit spannenden neuen Kombinationen handelt. Zum anderen, weil es doch ein ganzes Stück ambitionierter ist als die traditionelle Hausmannskost, die zwar ordentlich satt macht, aber nicht unbedingt als raffiniert beschrieben werden kann.

Ziegenkäsepierogi mit Majoran etwa verbinden einen polnischen Klassikern mit einem neuen Geschmackserlebnis,  ebenso das Bigos mit Butternusskürbis, Steinpilzen und Trauben. Die Buchweizengrütze Kasza geht auch als Dessert: mit Schokohaselnuss-Creme und Himbeeren nämlich. Neue Kombinationen für die Geschmacksnerven bieten auch die Kopytki mit weißen Bohnen, Rosenkohl und polnischem Zaatar. Gleich mehrfach kreirt der Autor Rezepte mit verkohltem Mais. Kohl bekommt mit Röstaromen, Harissa und Kurkumaöl einen neuen Akzent und auch die schlesischen Klösse haben dank Blumenkohl-Orangencreme einen überraschenden Effekt.

Daneben gibt es Dips, Pasten, Suppen und Ofengerichte, Fermentiertes und Frittiertes, das auf den ersten Blick nicht unbedingt polnische Ursprünge offenbart, aber ausgesprochen lecker klingt. Die Balance zwischen Tradition und Innovativem pendelt zwar mehr zur Innovation, aber das  ist schließlich kein Nachteil, sondern verspricht so manches Geschmacks-Aha-Erlebnis.

Michal Korkosz, Frisch aus Polen

Stiebner 2024

248 Seiten, 28 Euro

9783830710806


Sunday, August 18, 2024

Gärtnern und kochen

 "Wir gärtnern schon immer", verraten Pascale Amez und Melissa Knüsel, die Autorinnen von "Liebes Gemüse". Wie der Titel schon ahnen lässt, ist das Buch eine Liebeserklärung an regionales und saisonales Gemüse mit all seinen Möglichkeiten, an alte Sorten und Samenvielfalt. Auch Hobbygärtner können die eine oder andere Anregung von den Autorinnen erhalten. Zugleich ist das Buch ein Plädoyer für auch optische Vielfalt, krumm gewachsene oder ungenormte 

Produkte.Amez und Knüsel geben ihren Leser*innen eine Art Baukastenprinzip zur Hand - sei es für Tauschmöglichkeiten für vegane oder nicht-vegane Küche, selbstgemachte Aufstriche aus Gemüse oder saisonale Gemüsesäfte, -pfannen oder -salate in wechselnden Variationen.

Im zweiten Teil des Buches werden in Einzelkapiteln Gemüse vorgestellt - botanisch, nährwerttechnisch, mit Anekdoten, Hinweise zu Zucht und Ernte, Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Gemüsen  und natürlich Rezepten, ob nun Spinat, Erbsen, Radieschen, Tomaten oder Möhren. Dabei gibt es auch einige überraschende  Zubereitungsarten, sei es Rettichchips, Erbsen-Gnocchi, Gurken-Cheesecake, Baba Ganoush aus Zucchini oder Rotkohlrouladen mit Maronen- oder Süßkartoffelfüllung.

Vor allem für Veganer gibt es hier viele Rezepte, sie können allerdings wie schon erwähnt auch abgewandelt werden mit Kuhmilch, Joghurt usw. In der Hinsicht sind die Autorinnen erfreulich undogmatisch. 

Pascale Amez, Melissa Knüsel, Liebes Gemüse

GU 2024

240 Seiten, 39,90 Euro

9783833890307

Friday, February 12, 2021

Wenig Zutaten, wenig Aufwand - vegetarisch mit fünf Zutaten

 Mal ganz ehrlich: Nicht immer hat man Zeit und Lust, aufwändig zu kochen. Oder es hat einfach nicht mit dem Einkauf geklappt, weil mal wieder irgendwas dazwischen kam. Was steht noch im Vorratsschrank? Für solche Situationen mit wenig Zeit und überschaubaren Zutaten hat Martina Kittler wohl auch  "Vegetarisch kochen mit fünf Zutaten" geschrieben.

Der Kochratgeber von G+U kann mit der bewährten Mischung aus klarer Rezept-Ansage und appetitanregenden Fotos trumpfen. Mit 64 Seiten handelt es sich um ein eher schmales Büchlein, das ich deshalb auch mehr als Rat in Krisenfällen sehen würde, wenn es wirklich schnell und mit eher wenig gehen soll. 

Unterteilt sind die Kapitel in Kleine Gericht, one pot meals (noch mehr Ersparnis, diesmal beim Abwasch - da bin ich immer dafür!), Gerichte aus dem Ofen sowie Süßes.

Gleich am Anfang bin ich auf zwei Salate gestoßen, die bestimmt in nächster Zeit ausprobiert werden (bei den momentanen Temperaturen   sollte es schon was Warmes sein) - den Fenchel-Orangen-Salat und den Pilz-Feldsalat mit Paprika, die zeigen, es braucht gar nicht so viel, um trotzdem für interessante Geschmackskontraste zu sorgen. Für Kohlrabi, die ich gerne als Gemüse oder Rohkost verputze, gibt es hier ein Suppenrezept - da kam auch gleich auf die to do-Liste.

Sicherlich auch familienfreundlich ist die scharfe Paprika-Pasta und auch die Gemüsepfanne mit Mozarella verspricht, ein wenig mediterrane Aromen in den kalten deutschen Winter zu bringen. Eine Kombination von Süden und Herbst wäre hingegen der Ofen-Feta auf Kürbisgemüse. Und kommt erst mal die Spargelsaison, ist es sicherlich Zeit für das Spargelgratin mit Walnüssen.

Für Süßmäuler ist meine persönliche Empfehlung der Sauerkirsch-Mohn-Crumble. Nur fünf Zutaten? Passt schon!

Martina Kittler, Vegetarisch kochen mit fünf Zutaten

G+U, 2021

64 Seiten, 9,99 Euro


 

 

Friday, September 11, 2020

Fusion rules! Veggie kann auch anders

Mit "Veggie kann auch anders" hat sich Kochbuchautorin Anne-Katrin Weber vorgenommen, nicht das x-te Rezept für Linsenbolognese zu präsentieren, sondern bekannte Gerichte in ungewöhnlichen Kombinationen aufzupeppen. Bei der Durchsicht der Rezepte finde ich: das ist ihr gut gelungen! In dieser Rezeptsammlung haben Fusion und crossover kochen klar die Nase vorn. Das gilt sowohl für die Verbindung von mediterranen und südostasiatischen Geschmacksrichtungen wie auch für ungewöhnliche Zutatenkombinationen.

Eine Art "Mauerfall im Kochtopf" strebte die Autorin an: "Traditionelle Rezepte aus den unterschiedlichsten Kulturen werden zerlegt, neu gemischt oder anders kombiniert. Die Zutaten und Aromen der Welt verschmelzen zu ganz neuen Gerichten. Und: Experimente sind nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht."

Und gerade mit frischen Kräutern wird aufgetrumpft. Zum Beispiel beim Puy-Linsensalat mit Pimentos de Padrón, in dem außer den spanischen Pimentos Koriander und Sesam Akzente setzen. Oder: Zitrusfrischer Rosenkohlsalat mit Nussdressing - das verspricht ein ganz neues Geschmackserlebnis. Das gilt auch für den Quinoa-Röstgemüsesalat, in dem Zitronengras und Kakonibs eine unerwartete Verbindung eingehen. Die scharfe Ofentomatensuppe mit Harissa ist ganz klar eine Kandidatin für kalte Herbst- und Winterabende, auch das Zitronenrisotto mit Kardamon-Möhren oder die Backofen-Kürbisfritten mit Chermoula-Mayo sind meine heißen Kandidaten aus dieser Rezeptsammlung für kühlere Tage. Der Herbst kann kommen!

Die 75 Gerichte in diesem Buch machen nicht nur neugierig, sie regen auch die eigene Experimentierbereitschaft an. Langweilig kocht anders.

Anne-Katrin Weber,  Veggie kann auch anders
G + U, 2020
192 Seiten,  19,99
 978-3-8338-7571-7

Wednesday, September 2, 2020

Vegetarisch in den Feierabend

Wer geschafft von einem langen Arbeitstag nach Hause kommt (oder in Corona-Zeiten irgendwann im Homeoffice den Rechner runterfährt), will meist nicht mehr viel Zeit mit Essensvorbereitungen verbringen. Der Feierabend wartet, der Magen knurrt, und es gibt schöneren Zeitvertreib als aufwändiges Kochen - sei es ein gemütlicher Fernsehabend oder eine Lesestunde. Und wer vorher noch eine Sporteinheit eingelegt haben sollte, will erst recht was essen.

Für diejenigen, die dabei nicht an ein Wurst- oder Schinkenbrot denken, hat Susanne Bodensteiner das Buch "Feierabendfood vegetarisch" geschrieben. Verglichen mit anderen der G+U-Reihe ist es mit 70 Rezepten eher überschaubar (vielleicht erscheint mir das auch doppelt, da derzeit "Vegan" aus der Goldenen Reihe des Verlags einen gewichtigen Teil meiner Food-Lektüre stellt). 

Dennoch ist es nicht so, dass man hier nicht fündig wird. Ob Salate, Suppen oder (mein persönliches Lieblinskapitel) Soulfood für  den Feierabend - die Rezepte versprechen Abwechslung, leichte Kost und schnelle Zubereitung mit Zutaten, die nicht aufwändig zu besorgen sind. Pilzgulasch mit Schupfnudeln ist zum Beispiel ein Gericht aus dem Souldfood-Kapitel, das mich mit Gedanken an einen nasskalten Herbstabend anlacht. Oder Kürbis-Paprika-Curry, mit den der saisonale Herbstklassiker mal etwas anders aufgepeppt wird. Deftig, aber fleischlos ist der Linsensalat  mit Paprika sicher ein Gericht, der sicher auch als Mitnahme-Lunch gut geeignet ist, wenn Reste übrig bleiben. Überhaupt sind die Gerichte variabel  - der Frühstücksklassiker Shakshuka etwa wird auch als Abendessen vorgeschlagen. und die Kichererbsensuppe mit Harissa-Öl dürfte zu jeder Tages- und Nachtzeit wärmen!

Wie üblich, gibt es in den Zwischenkapiteln nützliche Tipps, manche schon aus anderen Büchern bekannt, aber es gibt ja stets Erstleser. Etwa wenn es darum geht, was an Vorräten vorhanden sein sollte, um schnell was auf den Tisch zu zaubern, wie sich leicht variieren lässt - in diesem Fall auch, wie sich aus einem vegetarischen ein verganes Gericht machen lässt.

Da es am Feierabend nicht nur um Essen und Relaxen gehen soll, gibt es auch gesunde Snack-Vorschläge und Ideen, auch ohne Fitness-Studio während des Feierabends beweglichzu bleiben und in Bewegung.

Susanne Bodensteiner, Feierabendfood vegetarisch. 70 Rezepte zum Runterkommen
G+U, 2020
160 Seiten. 19,99
 978-3-8338-7556-4