Friday, August 12, 2022

Viva la Pasta!

 Die "goldene" GU-Reihe ist wie eine Enzyklopädie dessen, was Koch- und Rezeptefans in den Taschenbüchern der Reihe jeweils für ein Teilgebiet lesen und nachkochen können. Nachdem mich vor ein paar Jahren das Vegan-Kochbuch aus der Reihe auch als Flexitarierin sehr begeistert hat, war das Interesse an "Nudeln und Pasta" natürlich sofort groß.

Wie üblich geht es mit den Basics los und dann weiter zu den verschiedenen Sparten. Wer bei Nudeln und Pasta auf do it yourself setzt und nicht so wie ich ins Supermarktregal greift, findet nicht nur ein Einmaleins für die Nudelküche, sondern auch  ein Grundrezept für Eiernudeln und Spätzle sowie für verschiedene Füllungen für Ravioli, Tortellini oder Maultaschen. Wobei die sicher auch mit fertigen Nudelplatten aus dem Kühlregal schmecken.

Suppen und Salate auch zum Mitnehmen - das Kapitel ist sowohl fürs nächste Picknick als auch für den to go-Lunch gelandet. Oder als ironisches Party-Mitbringel, gewissermaßen als Reminiszenz an die Zeiten, als es ohne Nudelsalat kaum eine Feier gab. Da ich gerne eine asiatische Note beim Essen habe, gefallen mir hier besonders die verschiedenen Glasnudelsalate und die Kokossuppe mit Mie-Nudeln. Neben der klassisch-deutschen Rindfleisch-Nudelsuppe lockt aber beispielsweise auch eine Tortellini-Bouillabaise oder eine Lasagne Suppe - Bekanntes mal etwas anders eben.

Die "blitzschnelle Nudelküche" enthält neben Pasta-Klassikern auch Pesto- und Soßenrezepte - für exotischere Geschmacksnoten sorgen etwa das Fenchel-Orangen-Pesto oder das Koriander-Cashew-Pesto. Es gibt auch mehrere vegane Rezepte sowie Spätzle-Geichte. 

Nach Schnellem oder Deftigen  gibt es Pasta für Genießer - wenn es die klassischen Spaghetti arrabiata oder Bolognese nicht mehr tun, kann vielleicht Pasta mit Grapefruitschaum den gelangweilten Gaumen verwöhnen. Oder, schon mal für den Herbst einzuplanen: Kastaniennudeln mit Pilzsauce. Die Blutwurst Maultaschen mit Apfelkompott sind dann sicher auch eine Frage des jeweiligen persönlichen Geschmacks, aber auf jeden Fall eine Kombination, auf die ich nicht gekommen wäre.

Immer wieder lecker und  obendrein entspannede für die Kochenden sind Aufläufe oder Gratins - während sie der Vollendung entgegenbrutzeln, lässt sich schon mal anderes erledigen. In diesem Buch ist ihnen ein eigenes Kapitel gewidmet. Klar, dass Lasagne in  mehreren Variationen  oder der klassische Nudelauflauf nicht fehlen dürfen. Spaghetti-Pizza oder Nudelmuffins setzen dann wieder neue Akzente.

Ein eigenes Kapitel ist am Ende noch einmal den Nudelspezialitäten der asiatischen Küche gewidmet. Pad Thai und Pho, Ramen-Burger und Teigtaschen, auch hier gibt es Bekanntes wie auch Neues, etwa Rotkohlsalat mit Soba-Nudeln. Diese Crossover-Rezepte machen für mich einen besonderen Reiz dieses Buches aus, dass gewissermaßen eine Reise durch die Nudelwelt in dutzenden und ansprechend fotografierten Gerichten bietet.


Stefanie Gronau (Herausgeberin) - Nudeln und Pasta. Das Goldene von GU

GU, 2022, 

352 Seiten, 25 Euro

9783833883187


Saturday, August 6, 2022

Kochen - Rezepte für Pausenbrote, to-go Lunch und Feierabendbier

 Viele Köche verderben den Brei? in "Kochen" von Cornelia Schinharl, Martin Kintrup und Nicole Just ist bei dreien keiner zu viel. Vielmehr haben alle ihre eigenen Vorlieben und Kochstile in das Buch im GU Verlag eingebracht: Während sich Cornelia Schinharl zur mediterranen Küche bekennt und  als ihre fünf Vorrats-Tops Granatapfelkerne, Sardellenfilets, Bio-Zitronen, tiefgekühltes Hack und Chili vorstellt, kocht Martin Kintrup gern vegetarisch und "immer am Puls der Zeti". Seine Top 5 sind neben Zwiebeln und Knoblauch auch Butter, Tomaten, Senf und Parmesan oder Pecorino. Nicole Just, die sicg seit Jahren vegan ernährt,  steuert Rezepte auch ohne Ersatzprodukte bei, etwa mit Linsen und Kichererbsen. Klar, dass unter ihren Top 5 Hülsenfrüchte sind, aber auch Cashew- und Mandelmus, Pflanzendrinks und Hirse.

Die unterschiedlichen Geschmäcker und Inputs werden besonders bei den im Buch vorgestellten Rezept-Triologien sichtar, ob jetzt Bowls, Curries, Gulasch oder Pfannkuchen. Dabei gibt es sogar eine Variante von Pfannkuchen mit Sauerkraut.

Was mir - nebem der gewohnt ansprechenden Gliederung und Bebliderung der Rezepte besonders gefällt: Hier wurde mit Blick auf berufstätige Menschen geschrieben, die dem Kantinenessen gerne den Rücken kehren würden. Mittagessen to go ist ein eigenes Kapitel gewidmet, ebenso Stullen und Pausenbrote oder Snacks.

So mitten im Hochsommer habe ich mich gerne vom Wassermelonen-Garnelen Salat in dem Buch überzeugen lassen. Auch eines der zahlreichen crossover-Gerichte wie der Asia-Wustsalat mit Kräutern ist an einem heißen Sommerabend mit Ingwer, Koriander und Limettensagt eine Alternative zur gewohnten Biergarten-Version. Leicht für heiße Tage und warm oder kalt lecker ist die Spinat-Frittata mit Tomaten.

Aber auch die kühlee Jahreszeit kann kommen: Die Maultaschenpfanne mit Pilzen oder die Kürbiscarbonara mit spicy Blumenkohl werden dann sicher ausprobiert. Als Falafel-Alternative locken Couscous-Puffer mit Rotkohlsalat und die scharfe Gemüsesuppe passt eigentlich immer.  Als low carb grüßt das Hirschragout auf Blumenkohlpüree und der Klassiker Backfisch bekommt mit Wasabi Creme Fraiche eine asiatische Note.

Unter den Leckereien zu Wein und Bier sind mir die Mini-Pfannebrote mit Cashewdip und die gefüllten Minipaprikas besonders angenehm aufgefallen. Aber der Mix der Rezepte ist angesichts der ganz unterschiedlichen Geschmäcker der Autor*innen so geraten, dass mit Sicherheit für jeden etwas dabei ist. Als rote Beete-Hasserin etwa werde ich einige Rezepte ignorieren, bin aber sicher, dass sie bei allen, die die rote Rübe als hippes Gemüse ansehen, auf Gegenliebe stoßen.

Zutaten und Zubereitung sind so ausgewählt, dass das Kochen nach einem langen Arbeitstag nicht stundenlange Zeit an Herd oder Ofen oder langwierige Suche nach exotischen und schwer zu beschaffenden Zutaten erfordert. Alles, was hier benötigt wird, ist in gut sortierten Supermärktem und größtenteils auch beim Discounter zu finden.

Cornelia Schinharl, Martin Kintrup, Nicole Just, Kochen

GU 2022, 25 Euro

9783833882722















Von klassisch bis vegan - Backen

Zugegeben: Da aktuell eine Hitzewelle die nächste jagt, ist bei mir in der Küche Minimalismus angesagt. Hauptsache schnell, leicht und kühl. Gazpacho punktet über allem, wofür ich womöglich gar den Backofen in der überhitzten Wohnung einschalten muss. Das Buch "Backen" von Christa Schmedes, Ann-Kathrin Weber, Corinna Schober und Sandra Schumann habe ich deshalb zwar gerne und mit Interesse gelesen, aber noch keines der Rezepte ausprobiert.

Allerdings fällt gleich auf, dass das Buch mit dem punktet, was man bei den GU Kochbüchern gewohnt ist: Erklärteile, Übersichten, gute Gliederung und Food-Fotos, die Lust machen, nachzubacken. Jednefalls, wenn es erst mal ein paar Grad kühler ist.

Meist bin ich bei meinen eigenen Backversuchen ja nicht über Rührteig hinausgekommen. Blätterteig und Quiche gab es aus dem Tiefkühlfach. Vorsichtige Versuche mit Hefeteig waren eher wenig überzeugend. Aber mit diesem Buch wage ich vielleicht doch einen neuen Versuch. Und dann sind da ja auch noch die Rezepte, wo als Teigbasis zerkrümelte Kekse vorhanden sind - wenn das nicht machbar ist!

Nach einer Einführung in die verschiedenen Teige und Tipps für eine optimale und Arbeit erleichternde Organisation folgt der Rezeptteil, der von traditionell bis neuen Ernährungstrends reicht. Zu den heiß geliebten Klassikern etwa gehören Frankfurter Kranz, gedeckter Apfelkuchen, Schwarzwälder Kirsch- oder Sachertorte. Es gibt aber auch Rezepte für Singlehaushalte, die nicht eine ganze Kaffeetafel verorgen müssen. Waffeln, Muffins, Cupcakes oder sonstiges Kleingebäck lässt sich schließlich auch einfrieren. Und so sehr ich alles mit Schokolade liebe, es müssen gar nicht immer nur Brownies sein: Die Blondies mit Kirschen jedenfalls machen einen sehr leckeren Eindruck.

Nicht nur für die Weihnachtszeit, sondern auch für Ostern oder Halloween gibt es Rezepte für "Besonderes zum Fest". Die Elchtorte mit Zimtcreme ist dabei ein echter Hingucker und ein buchstäblich süßes Geschenk. Deko-Tipps und hacks sorgen dafür, dass auch Back-Amateure optisch Eindruck schinden können.

Wer es nicht so süß mag, wird im Teil für Brot und herzhaftes Gebäck fündig. Nun habe ich mit Brotbacken zwar null Erfahrung und bin auch ein wenig eingeschüchtert durch Begriffe wie Vorteig, Gärkörbchen usw - das aromatische Brot lässt aber Erinnerungen an die Brote meiner Oma aufkommen und Ciabatta mit Walnuss und Feige klingt super mit einem leichten mediterranen Salat oder Aufstrich. Der Flammkuchen mit Ziegenkäse würde auch in die heiße Sommerzeit passen. Und das Bagel-Rezept muss ich unbedingt ausprobieren.

Im letzten Teil des Buches gehen die Autorinnen auf die Herausforderungen des veganen Backens ein und erklären, welche Alternativen es etwa zu Eiern gibt. Nach diesen Basics folgen Rezepte, die auch für nicht-Veganer eine Option sind. Avocado-Kirsch-Brownies etwa, Himbeer Chia-Kipferl oder die Acai-Beeren-Torte jedenfalls haben meine Aufmerksamkeit gefunden - nicht nur wegen der apettitanregenden Begleitfotos.

Buchstäblich anschaulich, übersichtlich und ein guter Mix von traditionellem und modernen Backen, reiht sich auch dieses Buch gelungen in das GU-Konzept ein und erfüllt vollstens die Erwartungen, die ich an es hatte.

 Christa Schmedes, Ann-Kathrin Weber, Corinna Schober,Sandra Schumann, Backen. Für jeden Anlass das perfekte Rezept

GU 2022, 25 Euro

9783833882876

Monday, December 27, 2021

Die Geschichte der Pasta

 Dass Luca Cesari mit seinem italienischen Erbe auch Liebe zur Pasta quasi in die Wiege gelegt wurde, versteht sich eigentlich von selbst. Dass er Pasta-Gerichte schätzt, ist jedenfalls zwischen den Zeilen seines Buchs klar zu erkennen. Doch "Die Geschichte der Pasta in zehn Gerichten" ist nicht das klassische Rezeptbuch und auch nicht das mit Familienanekdoten gespickte Kochbuch, mit dem viele Autoren ihre Bücher garnieren. Nein, Cesari nimmt die Herkunft der Pasta, der Saucen und der Zubereitungsformen ernst. Als Food-Historiker widmet er sich seinem Thema akribisch,

Ganz ehrlich: Ich hatte erwartet, dass es hier Pasta-Varationen mit ein bißchen historischem Hintergrund gibt, aber weit gefehlt! Cesari hat offensichtlich ganz genau nachgeforscht. Er folgt den historischen Spuren von Tagliatelle und Gnocci, von Pasta Bolognese und der einzig wahren Carbonara-Sauce durch die Jahrhunderte. So viele Variationen, doch welches ist das Original. Kulinarische Detektivarbeit wurde hier geleistet - wo liegen die Ursprünge eines Rezepts gibt es ein Ur-Rezept, und warum gibt es welche Abandlungen?

Nein, hier gibt es keine kunstvolle Food-Fotografie, hier stößt der Autor zu den Wurzeln vor. Das ist womöglich nur etwas für Koch- un Pasta-Aficionados, aber durchaus interessant zu lesen. Persönlich geht es mir beim Essen ja eher darum, dass es schmeckt, ich brauche da keine Meta-Ebene oder ideologisch-historischen Überbau. Es ist aber durchaus faszinierend, dass Cesari derart von seinem Thema begeistert ist, um sich in solchem Ausmaß über Nudeln auszulassen. Ach ja: Rezepte gibt es auch zu den zehn Gerichten. Das muss einfach sein.

Luca Cesari, Die Geschichte der Pasta in zehn Gerichten

Harper Collins, 2021

296 Seiten, 20 Euro

 9783749951345

Monday, July 12, 2021

Das Gemüse lebt - Magic Fermentation

 Seit Kimchi ein It-Gericht ist haben auch die Hipster Uromas Methoden des Einweckens und Fermentierens wieder entdeckt. Klares Beispiel dafür - neben gefühlt unzähligen Blogs zum gleichen Thema - ist "Magic Fermentation" von Marcel Kruse und Geru Pulsinger. Die beiden entsprechen nicht nur dem Hipster-Klischee (Bart - check, Tatttoos - check, Klamotten - check - social media-affine Präsentation - check). Auch Kimchi spielt eine tragende Rolle. In vielerlei Gestalt. Etwa farblich akzentuiert mit roter Beete (noch so ein It-Gemüse, dem ich leider gar nichts abgewinnen kann, aller gesundheitlichen Argumente und polnischer Gene zum Trotz) und Kurkuma. Golden Chi! das wird der It-Faktor quasi multipliziert!

Und natürlich wird nicht nur einfach nur eingelegt, eingekocht usw, nein, die Fermentista-Ninjas sind am Werk.  Will auch ich zum Gärgemüse-Flüsterer werden, wie es das Buch verspricht? Immerhin, meinen Joghurt mache ich schon sellbst. Das Buch will mich in die Lage versetzen, mich auch zu den Höhen von selbstgemachtem Frischkäse und Mozarella aufzuschwingen. Da bin ich schon mal sehr dafür.

Auch Kefir und selbstgemachter Essig sind dabei, Kimchi sowieso und jede Menge Obst und Gemüse, von dem ich bisher gar nicht wusste, dass man es fermentieren kann. Die Autoren lassen teilhaben an ihren Experimenten  - und verschweigen dabei auch nicht ihre Misserfolge, das ist sympathisch. Denn es kann so einiges schief gehen bnei falschen Temperaturen oder mangelnder Hygiene, wenn Schimmelbefall die propmte Strafe für das arme Fermentiergemüpse ist, das ja gar nichts dazu kann. 

Mit mehr als 150 Rezepten müsste eigentlich für jeden was dabei sein. Allerdings - der Platzmangel in Küche und Wohung dürfte meinem Weg zur Fermentier-Ninja im Wege stehen. Dabei macht sauer doch bekanntlich lustig! 

Für Leser mit entsprechend großer Küche hingegen gibnt es die Theorie, die Basics, die Exoten und Rezeptvorschläge. Also schnippeln, kneten, einlegen und warten, bis die Milchbakterien und Co ihren Job erledigt haben!


Marcel Kruse, Geru Pulsinger. Magic Fermentation

Löwenzahn Verlag, 2021

304 Seiten, 29 Euro

978-3-7066-2686-6

Thursday, June 24, 2021

Die Apotheke in Wald und Wiese

 Waldmeister kann mehr als Bowle und Brombeeren tun nicht nur als Marmelade gut - das ist eine, aber bei weitem nicht die einzige Einsicht nach der Lektüre von Katrin und Heinze Heckers Buch "Naturverbunden". Der Untertitel verrät, worum es geht: Entdecke Pflanzen, die die gut tun. Klar, einige Hausmittel mit Kräutern und Wildpflanzen kennt wohl jeder aus den Rezepten der Oma. Kamille bei Entzündungen oder angeschlagenem Magen, Arnika bei Prellungen, Pfefferminze bei Kopfschmerzen. Die beiden Autoren stellen Pflanzen aus Wald, Wiesen und Gewässern vor, reich bebildert und mit Fotos (es handelt sich schließlich um Naturfotografen), die dem Laien helfen, in der Natur auf Suche nach den nachwachsenden Rohstoffen der grünen Apotheke zu gehen. 

Es gibt Hinweise zu Tinkturen,  Tees und Ölen, zu Wirkstoffen und Anwendung und - ganz wichtig - wo man die jeweilige Pflanze am besten findet. Und auch Hinweise zum richtigen Sammeln gibt es. Zumeinen: Nur das Sammeln, was man kennt, um Verwechslungen mit womöglich giftigen Doppelgängern auszuschließen. Das sollte man nicht nur beim Pilzsammeln berücksichtigen. In Fällen, wo es bei einer Verwechslung zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen kann, gibt es auch weitere Hinweise und Vergleichsbilder.

Klar sollte auch sein: Kräutersammeln darf nicht zu Kahlschlag führen. Dass Strecken, auf denen auch Hunde Gassi geführt werden, tunlichst gemieden werden sollten, versteht sich ja wohl von selbst. Holundertee gegen Kälte, Johanniskraut für die Nerven oder Löwenzahn für den Stoffwechsel - das Wohlbefinden und die Gesundheit können auf buchstäblich natürliche Weise gestärkt werden.

Nützlich, informativ und verständlich geschrieben wird dieses Buch jetzt sicher öfter bei mir zur Anwendung kommen und bei der nächsten Wandertour kann es gut sein, dass ich das angelesene Wissen demnächst in die Praxis umsetze. Mit 40 beschriebenen Pflanzen ist das Buch zudem übersichtlich und überfrachtet beim Erkennen von Wild- und Heilpflanzen nicht. Die Oma würde beifällig nicken.


Katrin und Frank Hecker, Naturverbunden. Entdecke die Pflanzen, die dir gut tun

Kosmos 2021

ca 160 Seiten, 20 Euro

978-3-440-16876-9

Tuesday, May 11, 2021

Einmal Döner vegan...?

 Für überzeugte Carnivoren bricht bei der Vorstellung wohl eine der letzten Bastionen: Döner jetzt auch vegan? Zusammen mit veganer Currywurst ist das für sie dann wohl der endgültige Zusammenbruch der Fast-Food-Kultur. Mit ihrem Buch "Orient trifft vegan" zeigt die Foodbloggerin und Autorin Serayi vegane Alternativen zur Küche des nahen Ostens und des östlichen Mittelmeerraums, wobei sie keine Grenzen zwischen libanesisch, türkisch, israelisch-palästinensisch, persisch usw zieht.

Die Autorin hat nach eigenen Angaben den Schritt zum veganen Leben vollzogen und seitdem fleißig experimentiert, um Geschmack auch ohne totes Tier zu ermöglichen. Nun ist der Vorteil der orientalischen Küche ja, dass es gerade im Bereich Mezze viele leckere Gerichte gibt, für die kein Tier sein Leben lassen musste. Statt dessen: Gemüse, Linsen, Kichererbsen - beste Voraussetzungen für Veganer. Beim veganen Döner, Börek oder Lahmacun natürlich gelten andere Herausforderungen.... Immerhin, mit Lahmacun mit Lauchpaste, Börek mit Linsen und Köfte auf Bulgurbasis gibt es eine Reihe von Alternativen, die auf dem Foto lecker und "original" aussehen. Im übrigen gilt bei der orientalichen Küche ja die Macht der Gewürze!

Klar, dass Falafel und Hummus in einem orientalischen Kochbuch nicht fehlen dürfen und auch ein buntes Couscous-Rezept in der Sammlung enthalten ist. Die Optik macht Lust aufs Ausprobieren, die Bilder der hennaverzierten Autorin in dekorativer Pose sind wohl der Tatsache geschuldet, dass sie auf Instagram startete, ehe sie unter die Kochbuchautorinnen ging.

Nachtisch, nun ja - der ist mir in der orientalischen Küche fast immer zu süß. Begeistert bin ich allerdings über das Rezept der Elmali pastane kurabiyesi, gefüllter Apfelhörnchen. Zwar warnt die Beschreibung, sie seien "schwer", aber aus der türkischen Bäckerei meines Vertrauens kenne ich die Apel-Nuss-Füllung innerhalb einer Teigkugel - das ist dann vielleicht einfacher als in Hörnchenform.

Da ich selbst zwar überwiegend vegetarisch lebe, Käse und Eier in meiner Küche aber nicht missen möchte, bin ich angesichts von "Schafskäse" auf Tofubasis naturgemäß ein bißchen skeptisch. Macht ja auch nichts - im Alltag werde ich sicherlich weiterhin an Schafskäse festhalten. Aber ich finde es toll, meiner veganen Kollegin nun auch die volle vegane Version anbieten zu können. Dieses Kochbuch wird bestimmt reichlich Anwendung finden!

Serayi, Orient trifft vegan

Grüner Sinn Verlag, 2021

204 Siten 24,99

978-3-946625-40-7