Dass Luca Cesari mit seinem italienischen Erbe auch Liebe zur Pasta quasi in die Wiege gelegt wurde, versteht sich eigentlich von selbst. Dass er Pasta-Gerichte schätzt, ist jedenfalls zwischen den Zeilen seines Buchs klar zu erkennen. Doch "Die Geschichte der Pasta in zehn Gerichten" ist nicht das klassische Rezeptbuch und auch nicht das mit Familienanekdoten gespickte Kochbuch, mit dem viele Autoren ihre Bücher garnieren. Nein, Cesari nimmt die Herkunft der Pasta, der Saucen und der Zubereitungsformen ernst. Als Food-Historiker widmet er sich seinem Thema akribisch,
Ganz ehrlich: Ich hatte erwartet, dass es hier Pasta-Varationen mit ein bißchen historischem Hintergrund gibt, aber weit gefehlt! Cesari hat offensichtlich ganz genau nachgeforscht. Er folgt den historischen Spuren von Tagliatelle und Gnocci, von Pasta Bolognese und der einzig wahren Carbonara-Sauce durch die Jahrhunderte. So viele Variationen, doch welches ist das Original. Kulinarische Detektivarbeit wurde hier geleistet - wo liegen die Ursprünge eines Rezepts gibt es ein Ur-Rezept, und warum gibt es welche Abandlungen?
Nein, hier gibt es keine kunstvolle Food-Fotografie, hier stößt der Autor zu den Wurzeln vor. Das ist womöglich nur etwas für Koch- un Pasta-Aficionados, aber durchaus interessant zu lesen. Persönlich geht es mir beim Essen ja eher darum, dass es schmeckt, ich brauche da keine Meta-Ebene oder ideologisch-historischen Überbau. Es ist aber durchaus faszinierend, dass Cesari derart von seinem Thema begeistert ist, um sich in solchem Ausmaß über Nudeln auszulassen. Ach ja: Rezepte gibt es auch zu den zehn Gerichten. Das muss einfach sein.
Luca Cesari, Die Geschichte der Pasta in zehn Gerichten
Harper Collins, 2021
296 Seiten, 20 Euro
9783749951345
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