Sunday, October 29, 2023

Wenn der Rücken zwickt

 Das "Bandscheiben Akut-Training" von Ingo Froböse  ließ mich sofort aufhorchen: Dass der Rücken mal zwackt, ist schließlich eine Zivilisationskrankheit.  Und wer viel am Schreibtisch arbeitet, weiß, dass es da schnell mal zu Verspannungen und Fehlhaltungen kommen kann. Im HomeOffice, wo die meisten von uns wohl eher keinen ergonomisch korrekten Arbeitsplatz haben dürften, gilt das erst recht. Und jünger wird ja keiner von uns. Also eine gehäufte Wahrscheinlichkeit, dass man stöhnt: "Ich hab Rücken"!

In seinem Buch mit zahlreichen Übungen setzt Froböse sowohl auf Linderung akuter Beschwerden wie auch auf Prävention, damit es gar nicht erst zu schmerzhaften Rückenproblemen kommt. Beim Lesen klopfte ich mir selbst auf die Schulter - Die Ausgleichsübungen, die ich bei Rückenbeschwerden mache, um die Muskulatur zu dehnen und zu lockern, stellten sich als genau die Methoden aus, die auch der Autor empfahl. Also instinktiv vieles richtig gemach. Das beruhigt.

So manche Übung dürfte vielen aus Yoga und Pilates bekannt vorkommen, mitunter leicht abgewandelt, aber allesamt alltagstauglich und vor allem auch für Menschen machbar, die vielleicht nicht super beweglich sind, auch weil sie wegen ihrer Rückenbeschwerden viele Bewegungen vermeiden oder sich nicht zutrauen. Froböse macht gewissermaßen ein niederschwelliges Angebot.  Dabei gefällt mir besonders gut, dass am Ende Übungseinheiten zusammengestellt sind, etwa speziell für "Schreibtischtäter*innen" oder für bestimmte Rückenbereiche. 

Alle Übungen sind in ihrem Ablauf und in ihrer Wirkung gut erklärt und durch Abbildungen vorgestellt. Daneben gibt es Alltagstipps, die zwar eigentlich selbstverständlich sein sollten - etwa öfter Bewegungsabläufe in den Tag zu bringen, beim Telefonieren zu stehen oder zu gehen - aber es vielleicht nicht für alle sind.

Ingo Froböse, Bandscheiben Akut Training

Gräfe und Unzer 2023

128 Seiten, 15,99

9783833889103

Auf die Schnelle - aber lecker und gesund

 Als "kleines Kochbuch unter Freundinnen" bezeichnet Prof-Köchin Sarah Wiener ihr neues Buch "Sarahs kleine Küche" und hat dabei Frauen im Blick, die nach einem oft langen Arbeitstag nun auch noch fix was auf den Tisch zaubern müssen. Convenience Food muss es nicht sein,  vermitteln diese Rezepten - es kann auch schnell, lecker und gesund sein. Reste können die Vorbereitungszeit gering halten. Und mit ein paar Improvisationen lässt sich das Ergebnis zudem ordentlich aufpeppen.

Improvisation - das gefällt mir ganz besonders an diesem Buch. Denn Wiener schlägt Alternativen vor, gibt Würztipps "für Mutige", rät dazu, nach eigenem Geschmack und nach Lust und Laune abzuwandeln. Fast alles kann, muss aber nicht. Küche ohne Ketten gewissermaßen. "Keine fancy Küche, sondern etwas Gutes, Ehrliches, mit wenig Aufwand", beschreibt Wiener die Philosophie hinter ihrem Buch - und ich finde, das ist ihr gut gelungen.

In der Auflistung des Basis-Vorratsschrankes dürfte so ziemlich alles enthalten sein, was auch in jedem Amateurhaushalt steht. Und auch der "kleine, feine Vorratsschrank" zum Verfeinern und Würzen überfordert weder die Haushaltskasse noch handelt es sich um so exotische Zutaten, dass dem Kauf eine langwierige Recherche vorangestellt werden muss.

Von schneller Küche mit Dips und Eoerspeisen - mich begeistert vor allem das persische Omelett mit Zucchini - gibt es nahrhafte, wärmende, tröstende Suppen und Eintopfgerichte, die obendrein den Abwasch überschaubar halten. Hülsenfrüchte und Nudeln dominieren hier, während es im Folgekapitel auch durchaus fleischreich zugehen darf, etwa mit mediterranen Hackbällchen oder Lammfilets auf Karottenzaziki.

Vegetarier werden sich über Fenchel- oder Kohlrabicarpaccio freuen, für den Sommer werden kalte Suppen vorgestellt, während der Rosmarinkürbis aus dem Ofen gleich jetzt im Herbst zur Anwendung kommt.

Wenn es dann mal doch etwas aufwändiger oder ein sonntägliches Familienessen sein soll, kann es durchaus deftig sein - ein Schweinbratenrezept ist ebenso in diesem Teil des Buches enthaöten woe Tafelspitz oder Gulasch, aber auch eine sehr lecker klingende Kräutertarte. Auch Süßes darf nicht fehlen, Wiener ist schließlich Österreicherin und da müssen Topfen und Palatschinken auf den Tisch. Wer da auf sprachliche Herausforderungen stößt findet am Ende noch eine Vokabelliste mit Übersetzung der wichtigsten Begriffe ins Hochdeutsche.

Mein Fazit: ein alltagsorientiertes Kochbuch ohne viel Chichi, das zeigt, dass auch mit geringem Aufwand und unter Zeitdruck Leckeres auf den Tisch kommen kann. 


Sarah Wiener,  Sarahs kleine Küche

Gräfe und Unzer 2023

192  Seiten, 26 Euro

9783833888373

Thursday, October 5, 2023

Für Feste, Freunde und Familie

 Ob es einen festlichen Anlass gibt oder ob alle in der WG-Küche essend und redend zusammen sitzen wollen - In der Rezeptesammlung "Gemeinsam essen" ist Gemeinschaft Trumpf. Das Buch des Herausgebers "Meine Familie und ich" bietet dabei ein breites Angebot von Tradition wie damals aus Omas Küche bis vegan/vegetarisch. Selbstgemachtes Müsli ist ebenso im (Frühstücks)-Angebot wie selbstgemachte Konfitüre.

Rouladen und Gulasch sind ebensowenig verpönt wie fleischlos-Leichtes. Bekanntes bekommt einen neuen Touch, etwa bei der Levante-Lasagne. Oder Corn pancakes mit Avocado Und auch Ratschläge und Tipps für ein bißchen mehr Nachhaltigkeit kommen nicht zum Kurz. Das gilt etwa für Abschnitte wie "gesundes Kochen" oder "Saisonkalender". Selbst Energie (und Kochzeit) sparen lässt sich mit Hinweisen, doch gleich die doppelte Portion Reis, Nudeln oder Kartoffeln zu kochen und am nächsten Tag zu Auflauf, Salat oder Pfannengericht zu verarbeiten.

Apropos Pfanne: Auch mit den One Pot Gerichten aus Pfanne, Topf oder vom Backblech lässt sich Energie sparen - und es gibt nicht so viel abzuwaschen. 

Auch an die Kaffeetafel wird gedacht. Kuchen im Glas und kleine Törtchen fürs Büffet sind ebenso vertreten wie der Klassiker Käsekuchen. Dich auch Deftiges ist im Angebot, etwa Katoffel-Zupfbrot oder Spinat-Tarte, die sich für ein Abendessen mit Salat ebenso eignen dürften wie für ein sommerliches Picknick. 

Ein eigener Abschnitt ist Ostern und Weihnachten gewidmet. Da isst das Auge auf jeden Fall mit, etwa wenn es um die dekorativen Eier-Küken oder Kokos-Küken geht.

Die meisten Gerichte sind für vier Portionen, gelegentlich mal mehr berechnet. Angesichts der bunten Auswahl dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Nicht zuletzt vor Festen dürften auch die Tipps zu entspanntem Werkeln in der Küche und optimaler Vorbereitung gelegen kommen.

Diverse, Zusammen essen. Rezepte, die alle Generationen glücklich machen

G+U 2023

240 Seiten, 28 Euro

9783833890604

Sunday, September 24, 2023

Sternekoch mit Rezepten "hart am Alltag"

 Wenn ein Michelin-Sternekoch ein Kochbuch schreibt, denkt man gewöhnlich nicht als erstes an Begriffe wie "einfach" und "schnell", sondern: Ist das überhaupt für mich als Amateur ohne Profuküche machbar? Ein Blick un Mario Kotaskas "Kochen hart am Alltag" lässt mich allerdings schnell erleichtert aufseufzen. Denn Kotaska hat zumindest für das wochentagstaugliche Kochprogramm versprochen, dass die Kocherei in 20 Minuten machbar ist. Da hat sich der TV-Koch doch wirklich amateurfreundlich gezeigt!

Ob Nudel-Frittata oder Rote Beete Carpacchio, Rouladen a la Oma oder selbstgemachtes Granola - vom Start in den Tag is zum Sonntagsessen, vom schnellen Gericht nach Feierabend bis zum Weihnachtsdessert sind Rezepte vertretet - auch für Veganer und Vegetarier.

In den Ratgeberabschnitten seiner Kapitel tritt der Autor gewissermaßen als Coach auf, um den Kochalltag zeitsparender und stressfreier zu gestalten. Etwa mit Tipps, wie sich der Lebensmitteleinkauf optimieren lässt. Oder wie statt eines Fertiggerichts mit Resten oder Lebensmitteln, die man eigentlich ständig auf Vorrat hat, kreativ gezaubert werden kann. Das ist überzeugend und zeigt Alternativen zu "Mac´n ´cheese" auf, die nur noch in einen Topf mit heißem Wasser geschüttet werden müssen. Kindertauglich dürfte das Rezept auf jeden Fall sein. Und auch die Gerichte zum Mitnehmen, ob Wraps , Hummus  oder "Stulle de Luxe" können eine Alternative zu Mikrowellenessen oder Schnellimbiss sein.

Zugegeben: Die Rezepte für Wochenende und Feiertage sind dann schon ein bißchen zeitaudwändiger. Machbar sind aber auch sie. Und ohne den Stress der Arbeitswoche verbringt man ja auch gerne ein bißchen mehr Zeit in der Küche für was Besonderes.  Überwiegend finden sich hier klassische deutsche Gerichte, etwa Rouladen oder Gulasch. Aber auch Fischgerichte und mediterrrane Anklänge kommen nicht zu kurz. Der geröstete Blumenkohl mit Minz-Koriander-Raita hat sich bei mir schon bewährt.  Und auch Resteverwertung wie der Brotauflauf mit Pilzen oder der easy fried rice überzeugen durch ihre Alltagstauglichkeit. Die Fotos, die  nicht nur appetitliches auf dem Teller, sondern auch einen sichtlich gechillten Koch zeigen, tragen dazu bei, zu überzeugen: Alles keine Hexerei, sondern sehr machbar. 


Mario Kotaska, Kochen hart am Alltag

G+U 2023

160 Seiten, 24 Euro

978-3-8338-8823-6

Friday, August 18, 2023

Yoga mit Body Positivity

 Schon beim Blick auf das Titel von Every Body Yoga von Jessamyn Stanley wird klar, dass es nicht nbedingt um anfängertaugliche Asanas für jedermann geht. Denn die Frau, die sich da in Dreiecksposition durchstreckt entspricht so gar nicht den Frauen, die die Titelbilder von yogazeitschriften schmücken oder als Fitness-Influencerinnen auf ihren Youtube Kanälen den Sonnengruß üben. Sprich: Hier steht keine ätherische Blondine in Pastell, sondern eine schwarze Frau, die politisch korrekt als plus size curvy beschrieben wird, selbst aber kein Blatt vor den Mund nimmt und sagt: ich bin fett.

Schon mit ihrem schnoddrigen Stil, ihrer gnadenlosen Ehrlichkeit und klaren Ansprache ist die Autorin sympathisch. Und es ist großartig, dass sie den elephant in the room, oder eher im Yogastudio anspricht: Es ist nun mal nicht jede*r eine ätherische Blondine. Oder hat einen präpubertären Körper mit kaum vorhandenen Hüften. Nichte jede, die sich zum herabschauenden Hund beugt, blickt auf einen brettflachen Bauch. Und auch das Yogatraining verwandelt nicht unbedingt in eine Frau mit Tänzerinnenfigur, siehe Jessamyn. Tut trotzdem gut und sollte Spaß machen - aber bitte ohne kritische Seitenblicke und hämische Bemerkungen über die Dicken im Fitnessstudio!

Jessamyn Stanley hat ihr Buch für diejenigen geschrieben, die nicht weiß oder jung oder mit perfekter Figur gesegnet sind. Ihr Appell für mehr Body-Positivity ist auch eine Beschreibung des eigenen Lernwegs vom dicken kleinen Mädchen, das so gerne eine Cheerleaderin mit Ballerina-Figur gewesen wäre. Der Weg zur selbstbewussten Power-Frau war harte Arbeit, das wird beim Lesen deutlich.

Um Yoga geht es natürlich auch, wobei die Autorin sowohl verschiedene Yogaarten vorstellt als auch mit Abbildungen der Abläufe verschiedene Yoga-Flows etwa für Gelassenheit, für innere Stärke oder fürs Gleichgewicht vorstellt. Wer noch nie Yoga gemacht hat, dürfte auch angesichts der wenig elfenhaften Modelle Mut fassen, es einmal auszuprobieren. Und wer Yoga bereits kennt und selbst auch keine Size Zero Typ ist, kann nur sagen: danke, Jessamyn! 


Jessamyn Stanley, Every Body Yoga

Löwenzahn Verlag 2023

216 Seiten, 29,90 Euro

9783706629805

Sunday, April 23, 2023

Geschichte, Anbau, Zubereitung: Wissen für Kaffeeliebhaber

 Edel schon  mit dem Umschlag, voll mit Detailwissen und reich bebildert: "Der Kaffee Atlas" von James Hoffmann mag eine Enttäuschung für jene Leser sein, die sich fancy Rezepte mit hippen Zutaten erhofft haben. Für Kaffee-Liebhaber, die sich für facts und Hintergründe interessieren, bietet dieses Buch eine Fundgrube von Wissen zu Geschichte, Anbau und Zubereitung von Kaffee, puristisch, ohne irgendwelche Sirups und andere Spielereien. Hier zählt der Geschmack der Bohne, der je nach Herkunft, Röstung und Zubereitung so vielfältige Möglichkeiten hat.

Hoffmann nimmt die Spitzenkaffees unter die Lupe, beschreibt Anbau und Ernte, Sorten, die viel vielfältiger sind als einfach nur Arabica und Robusta, nimmt die Leser mit auf eine Reise von den Anbaugebieten bis hin zu dem Kaffee in der Tasse, ob Espresso oder Cortado, Capucchino oder Americano. Auch Kaffeehandel, Röstung und die Vor- und Nachteile der verschiedenen Arten des Kaffeekochens werden beschrieben.

Besonders viel Platz nimmt die Beschreibung der Anbaugebiete ein, mit Bildern vom Kaffeeanbau in Afrika, Lateinamerika und Asien, Geschmacksprofilen und Informationen über eine Rückverfolgbarkeit. Während mit Ruanda eines meiner Lieblingskaffee-Herkunftsländer vorgestellt wurde, habe ich vor allem bei den asiatischen Herkunftsländern gestaunt: Auch in China und Indien, zwei Ländern, bei denen ich zuallererst an Tee denke, wird Kaffee angebaut. Bei Nicaragua wiederum kommen Erinnerungen an "Sandinos Dröhnung" auf und den solidarisch getrunkenen Kaffee, der seinerzeit ziemlich auf den Magen schlug und mittlerweile deutlich professionalisiert wurde. Ein glossar ergänzt diese Enzyklopädie des Kaffees.

Der Kaffee-Atlas ist kein Buch, das man in einem Stück durchliest, in dem ich aber gerne stöbere, gerne bei einer Tasse Kaffee. Die einzelnen Kapitel sind kurz, prägnant und bieten einen Einblick in den Anbau und die Einfüsse von Boden und Klima, die letztlich das Aroma der Kaffeebohnen beeinflussen. Hier wird Wissen für Genuss anschaulich vermittelt.


James Hoffmann, Der Kaffee Atlas. Von der Bohne bis in die Tasse.

ZS Verlag, 2023

272 Seiten, 34,99

 978-3-96584-297-7

Monday, March 20, 2023

Gesundheitsbewußt kochen mit den "big five"

 Die "Big Five" kennt man ja eher von Safaris - jene fünf Tierarten nämlich, die Safaritouristen unbedingt vor die Foto-Linse bekommen wollen. Bei "Big five for Health" von Stephan Lück und Andi Schweiger dagegen geht es um Lebensmittelgruppen, die zum Wohle der Gesundheit möglichst täglich in irgendeiner Kombination auf den Tisch kommen sollen.

Die gute Nachricht vorweg: Komplizierte Nahrungsergänzungsmittel oder überteuertes Superfood kommt hier nicht vor. Den Autoren liegt auch Nachhaltigkeit am Herzen - und das bedeutet eben auch, regional und saisonal zu kochen. Da ist es nur konsequent, dass der Rezeptteil in Jahreszeiten gegliedert ist mit Zutaten, die dann jeweils ohne lange Lieferwege erhätlich sind.

Auch für die Haushaltskasse sind die "big five" ausgesprochen entspannend, handelt es sich doch um Hülsenfrüchte, Körner, Kohlgemüse, Zwiebelgemüse und Wurzelgemüse. Als Begleiter gibt es ebenfalls fünf Zutatengrupen - Kräuter und Gewürte, Samen, Nüsse und deren Öle, Frucht- Blatt- und Stielgemüse, Obst, Milch, Milchprodukte und Eier.

Bei der Vorstellung dieser Gruppen und ihrer Wirksamkeit für die Gesundheit konnte ich mich zufrieden zurücklehnen - da bin ich offenbar schon ganz ohne vorangegangene Lektüre auf dem richtigen Weg unterwegs, denn all das gehört schon seit langer Zeit regelmäßig zu meinen Zutaten.

Es schadet allerdings nie, neue Gerichte kennenzulernen, ich stöberte mich also durch den Rezeptteil, der sehr ansprechend, aber auch eher für die Feinschmecktertafel fotografiert war. So ein Foodstyling muss man eher mal hinkriegen. Aber da zeigt sich eben das Profi-Händchen des TV-Spitzenkochs. 

Zudem haben viele der vorgestellten Gerichte eine lange Vor- und/oder Zubereitungszeit. Nicht so optimal für Vollzeitarbeitende, auf die nach Feierabend die Extraschicht im Haushalt wartet. Bei mir zumindest muss es schnell gehen, optimal so, dass nach gebührender Pause auch noch eine Einheit Sport und Bewegung drin ist. Realistisch ist für mich die Umsetzung der Rezepte daher höchstens am Wochenende und wenn Besuch kommt, damit sich der Aufwand auch lohnt.

Dennoch wurde ich bei einigen Rezepten fündig, die ich sicher ausprobieren werde, etwa das Tomatencarpaccio  mit Ofenzwiebel, Fenchel und Pesto oder die fruchtig-pikante Summerbowl. Auch der Ofenkürbis mit Pfiffrerlingen und Sesamsauce ist schon für den nächsten Herbst vorgemerkt und die Dinkelbaguette mit Rotkohl Skyr und Bratsardinen gehört mit 20-minütiger Zubereitungszeit (plus 25 Minuten Warten) gewissermaßen zu den Blitzrezepten des Buches. Die Hirse-Linsenbowl mit gebeizter Lachsforelle und die Kohl-Karoffel Quiche haben mich ebenfalls überzeugt, dass es sich lohnen kann, manchmal etwas mehr Zeit in der Küche zu verbringen. 

Hinweis für Leckermäuler: Es gibt auch gesunde Dessertvrschläge. Mein persönlicher Favorit ist dabei der Pastinakenkuchen mit Winterfrüchten und Schokomousse.

Mein Fazit: Angesichts der oft längeren Vor- und Zubereitungszeit kein Kochbuch für jeden Tag, jedenfalls nicht für Berufstätige. Auf jeden Fall aber eine tolle Vorlage, um vertraute Zutaten aufzupeppen und abzuwandeln - die vorgestellten Gerichte lassen sich schließlich auch alltagstauglich vereinfachen, selbst wenn das vielleicht nicht so ganz im Sinne der Verfasser ist.

Stephan Lück, Andi Schweiger, Big Five for Health

GU 2023

216 Seiten, 28 Euro

978-3-8338-8595-2