Als "kleines Kochbuch unter Freundinnen" bezeichnet Prof-Köchin Sarah Wiener ihr neues Buch "Sarahs kleine Küche" und hat dabei Frauen im Blick, die nach einem oft langen Arbeitstag nun auch noch fix was auf den Tisch zaubern müssen. Convenience Food muss es nicht sein, vermitteln diese Rezepten - es kann auch schnell, lecker und gesund sein. Reste können die Vorbereitungszeit gering halten. Und mit ein paar Improvisationen lässt sich das Ergebnis zudem ordentlich aufpeppen.
Improvisation - das gefällt mir ganz besonders an diesem Buch. Denn Wiener schlägt Alternativen vor, gibt Würztipps "für Mutige", rät dazu, nach eigenem Geschmack und nach Lust und Laune abzuwandeln. Fast alles kann, muss aber nicht. Küche ohne Ketten gewissermaßen. "Keine fancy Küche, sondern etwas Gutes, Ehrliches, mit wenig Aufwand", beschreibt Wiener die Philosophie hinter ihrem Buch - und ich finde, das ist ihr gut gelungen.
In der Auflistung des Basis-Vorratsschrankes dürfte so ziemlich alles enthalten sein, was auch in jedem Amateurhaushalt steht. Und auch der "kleine, feine Vorratsschrank" zum Verfeinern und Würzen überfordert weder die Haushaltskasse noch handelt es sich um so exotische Zutaten, dass dem Kauf eine langwierige Recherche vorangestellt werden muss.
Von schneller Küche mit Dips und Eoerspeisen - mich begeistert vor allem das persische Omelett mit Zucchini - gibt es nahrhafte, wärmende, tröstende Suppen und Eintopfgerichte, die obendrein den Abwasch überschaubar halten. Hülsenfrüchte und Nudeln dominieren hier, während es im Folgekapitel auch durchaus fleischreich zugehen darf, etwa mit mediterranen Hackbällchen oder Lammfilets auf Karottenzaziki.
Vegetarier werden sich über Fenchel- oder Kohlrabicarpaccio freuen, für den Sommer werden kalte Suppen vorgestellt, während der Rosmarinkürbis aus dem Ofen gleich jetzt im Herbst zur Anwendung kommt.
Wenn es dann mal doch etwas aufwändiger oder ein sonntägliches Familienessen sein soll, kann es durchaus deftig sein - ein Schweinbratenrezept ist ebenso in diesem Teil des Buches enthaöten woe Tafelspitz oder Gulasch, aber auch eine sehr lecker klingende Kräutertarte. Auch Süßes darf nicht fehlen, Wiener ist schließlich Österreicherin und da müssen Topfen und Palatschinken auf den Tisch. Wer da auf sprachliche Herausforderungen stößt findet am Ende noch eine Vokabelliste mit Übersetzung der wichtigsten Begriffe ins Hochdeutsche.
Mein Fazit: ein alltagsorientiertes Kochbuch ohne viel Chichi, das zeigt, dass auch mit geringem Aufwand und unter Zeitdruck Leckeres auf den Tisch kommen kann.
Sarah Wiener, Sarahs kleine Küche
Gräfe und Unzer 2023
192 Seiten, 26 Euro
9783833888373
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