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Sunday, January 7, 2024

Jungbrunnen Ernährung?

 Der Titel "Mit 50 fitter als mit 30" von Thorsten Tschirner weckt schon mal Wunsch- und Erwartungshaltungen - jedenfalls bei der 50+ Leserschaft. Beim Klappentext, in dem von schwindender Muskelmasse und schnellerer und hartnäckigerer Gewichtszunahme die Rede ist, wird der eine oder die andere dieser Generation ebenfalls wissend nicken. Chipstüten und Eiscreme ohne Reue - das war einmal. Irgendwann heißt es entweder Hüftgold und Plautze oder konsequenter Verzicht.

Eines vorneweg: Die Rückkehr zum Junk Food ist mit Tschirner natürlich nicht zu kriegen. Sein Buch fängt mit einem ausführlichem theoretischen Teil über Ernährungszusammensetzung, Mikronährstoffe und Darmgesundheit an, es geht um Lebensmittel, Kräuter und Gewürze, die eine gute Wirkung auf den Organismus haben und Zellalterung aufhalten können. 

Zugleich warnt der Autor vor der Hoffnung, dass das alles ganz leicht und schnell gehe: Eine Ernährungsumstellung ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf, mahnt er. Und ähnlich wie bei einem Langstreckenlauf mit den eigenen Kräften gehaushaltet werden muss, gehe es auch hier darum, Gewohnheiten nach und nach zu ändern und nicht von einem Tag auf den anderen das ganze Leben umzukrempeln. Das macht Sinn, ebenso wie der Rat, ein Ernährungstagebuch zu führen. Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass das sehr effektiv ist, um die eigenen Ernährungsgewohnheiten zu überprüfen und womöglich zu hinterfragen.

Vieles, was Tschirner zur Ernährung als Jungbrunnen schreibt, ist auch aus anderen Zusammenhängen bekannt - etwa der Verzicht auf Zucker, schlechte Fette, Kohlenhydrate mit geringer Wertigkeit, statt dessen etwa Olivenöl, proteinreiche Lebensmittel, Ballaststoffe usw. Und dass regelmäßige Bewegung nicht nur hilft, den Muskelabbau zu verlangsamen, sondern auch den Körper gesund zu halten und mehr Kalorien zu verbrennen - das dürfte ebenfalls nicht überraschend sein.

Im Rezeptteil werden Beispiele unter anderem aus den "Blue zones" angeführt, Regionen, in denen die Menschen besonders langlebig sind. Es ist wenig überraschend, dass Fleisch eher die Ausnahme ist, viele Gerichte vegetarisch sind und mit einer Variation von Hülsenfrüchten, verschiedenen vollwertigen Getreidearten und natürlich viel Gemüse oder Beeren. Sowohl deftig als auch süß, mediterran oder asiatisch inspiriert dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Thorsten Tschirner

Mit 50 fitter als mit 30. Das Rezeptbuch

GU 2023

160 Seiten, 18,99 Euro

 9783833890437

Tuesday, July 2, 2019

Intervallfasten - Ernährungsumstellung statt Diät

Dass sich nach vielen Diäten ein Jojo-Effekt einstellt, ist ja nicht neu und eigentlich ganz logisch: Wer nach Gewichtsabnahme wieder zu den alten (schlechten) Gewohnheiten zurückkehrt, findet sich früher oder später mit dem verloren geglaubten Hüftgold wiedervereint. Damit es dauerhaft klappt, muss es schon eine Ernährungsumstellung sein, die den jeweiligen Grundumsatz, Stoffwechsel usw berücksichtigt. Denn da ändert sich im Laufe des Lebens bekanntlich einiges im Körper.

Von Fasten und Intervallfasten ist seit einiger Zeit häufiger die Rede, und deshalb habe ich mit viel Interesse "Intervallfasten" von Petra Bracht und Mira Flatt gelesen. Der G+U-Verlag ist mir auch von Kochbüchern bekannt - gut so, ich will mich gesund ernähren, gerne auch kalorienbewusster, aber nicht auf Geschmack und Genuss verzichten.

Das Thema "Wie kurbele ich den schlaffer gewordenen Stoffwechsel wieder an" beschäftigt mich schon eine Weile und viele Tips und Ratschläge treffen bei mir nicht zu: Weder trinke ich gesüßte Getränke noch esse ich fettes Fleisch oder Wurst. Also Intervallfasten, um den inneren Verbrennungsmotor anzuschmeißen?

Die vorgestellten Rezepte klingen auf jeden Fall ansprechend, passen gut zu meinen eigenen Flexitarier-Gewohnheiten. Interessant und einleuchtend finde ich auch die Erläuterungen, zu welcher Tageszeit Proteine und wann Kohlenhydrate für den Stoffwechsel optimal sind.

Schade finde ich allerdings, dass sich die Autorinnen ausschließlich auf die 16:8-Methode beschränkt haben - also Mahlzeiten verteilt über acht Stunden, gefolgt von einer 16-stündigen Fastenpause und überhaupt nicht auf die 5:2 Methode mit zwei stark kalotrienreduzierten Fastentagen unter fünf "normalen" Tagen eingegangen sind. Sicherlich bin ich nicht die einzige mit oft langen und unregelmäßigen Tageszeiten, die es absolut nicht schafft, nach 17 oder 18 Uhr nicht mehr zu essen oder Zeit für eine Mittagspause zu haben. Da ist es schon deutlich machbarer, an zwei Tagen in der Woche nur 500 Kalorien zu mir zu nehmen.

Klar, auch die gesund und lecker klingenden Rezepte lassen sich an den "normalen" Tagen verwenden - aber bei zwei Mahlzeiten die insgesamt 500 zugelassenen Kalorien nicht doch zu überschreiten, ist für Nicht-Ernährungswissenschaftler nicht ganz einfach. Dazu hätte ich auch gerne etwas in diesem Buch gelesen. Aber wer weiß - vielleicht kommt ja auch dazu noch eine Veröffentlichung.

Als Anregung für gesundheitsbewusste Ernährung mit Erläuterungen zu den positiven Eigenschaften der jeweiligen Lebensmittel jedenfalls sehr informativ, und ich freue mich schon auf besondere Geschmackserlebnisse wie  "Linsen-Chili mit Kakao" oder mediterrane Bohnen-Tomaten-Pfanne.

Petra Bracht, Mira Flatt, Intervallfasten
GU 2019
ca 200 Seiten, 19,99 Euro
ISBN 9783833870989