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Saturday, October 18, 2025

Vielfalt für die vegane Backstube

 Ein saftiger Rührkuchen, luftiger Biskuit oder frische Brötchen ganz ohne Milch und Ei? Für manche eine Sache der Nahrungsunverträglichkeit, für andere der Überzeugung. In der "goldenen" Reihe von Gräfe und Unzer ist nach einem veganen Kochbuch vor ein paar Jahren nun auch  "Vegan backen" erschienen. Ich selbst bin Flexitarierin, aber die veganen Menschen in meiner Umgebung sollen schließlich nicht von Kuchen oder Keksen beim Kollegengeburtstag oder Kaffeeklatsch ausgeschlossen werden.

Interessant sind die Erläuterungen zu pflanzlichen Ei-Alternativen jedenfalls auch für den Fall, dass fürs traditionelle Backen plötzlich ein Ei fehlt. Eine "vegane Tauschbörse" erläutert, wie klassische Rezepte vegan gestaltet werden können.. Und zur Herstellung von Nussmilch als Milchersatz gibt es ebenfalls Hinweise.

Nach Anleitungen für veganen Rühr-, Mürbe- und Quicheteig, gewissermaßen als Basics, werden süße Teilchen in veganer Gestalt vorgestellt  - diverse Muffins und Cupcakes, Brownies und Cookies, Zimtschnecken und Waffeln. Das nächste Kapitel widmet sich alltagstauglichen Kuchen mit und ohne Obst, Tartes, klassische Rührkuchen, aber auch etwas exotischere Rezepte wie eine Grapefruitkuchen mit schwarzem Pfeffer.

Wenn es festlich sein soll, gibt es auch vegane Torten - im Fall etwa der Avocado-Limettentorte oder Kokos-Panna Cotta-Torte sogar ohne Backen. Zu meinen persönlichen Favoriten in diesem Kapitel gehören die Lemon Curd-Torte und die Cherry-Choc-Torte. 

Wer es lieber herzhaft mag, wird im Kapitel "Quiches, Pizza und Co" fündig. Hier gibt es sowohl Kleongebäck wie Pizzamuffin oder Auberginen Pide als auch vegane Flammkuchen, Tartes und Pizzen, die auch als Inspiration für traditionelle Gerichte dienen können - denn mit veganem Käse etwa kann ich persönlich mich so gar nicht anfreunden.

Brot und Brötchen - darunter auch "schnelle" Brote ohne langes Ansetzen -  bilden den Abschluss. Neben herzhaften klassischen Brotsorten gibt es auch Focaccia, türkisches Fladenbrot und Pfannenbrot in veganer Form. Mein Favorit dabei sind die Mini-Manakishs. Auch manches kulinarische Party-Mitbringsel lässt sich hier finden, etwa eine Pesto-Schnecke.

Wie in der "goldenen Reihe" üblich, wird die reiche Rezeptvielfalt durch zahlreiche Fotografien ergänzt. Ein umfangreicher Ideen- und Ratgeber für vegane Bäckerinnen und Bäcker, aber auch für alle, die zumindest einmal mehr vegane Rezepte ausprobieren wollen.

GU Das Goldene! Vegang backen

GU 2025

25Euro

9783833898372

Saturday, January 14, 2023

Vegan ohne viel Klimbim

 Mit "schnell mal vegan" hat Katharina Seiser ein Kochbuch geschrieben, dass gerade für Menschen mit wenig Zeit und möglicherweise auch wenig Kocherfahrung geschrieben ist: Die Mehrheit der Rezepte ist in 30 Minuten umzusetzen, die Zutatenliste ist unkompliziert und dank der Gliederung der Rezepte in die Jahreszeiten ist es einfach, sich saisonal und überwiegend auch regional zu ernähren. Das meiste, was hier verarbeitet wird, ist in jedem Supermarkt zu bekommen und erfordert keine Expedition in Spezialitätenshops.

Zugleich ist hier ein "back to the basics" zu erkennen: Hier wird nicht versucht, mit veganen Mitteln Fleisch-Look zu erzielen (etwas, wwas mich bei plant-based Burgern, Würsten, Schnitzeln usw immer wieder verwundert, vor allem, da die Produkte dann womöglich durch eine ganze Reige von Verarbeitungsschritten gegangen sind, statt einfach auf pure pflanzliche Zutaten zu setzen, die auch nach Pflanze aussehen dürfen). Hülsenfrüchte, aber auch Reis und Brot spielen eine wichtige Rolle, für Carb-Verächter ist das Buch also womöglich weniger geeignet. 

Vielleicht wenig überraschend: Vieles ist von türkischen, sonstig mediterranen und asiatischen Gerichten inspiriert, es gibt aber auch Herzhaftes - im aktuellen Winterkapitel lockte mich etwa gleich die Pilzsuppe, ein wärmender Eintopf, der gut in die Jahreszeit passt. Mit reichlich Suppen und Salaten geht es nicht nur schnell, sondern auch leicht zu, das gilt besonders für die Frühjar- und Sommerrezepte, die bei heißen Temperaturen gerne so ausfallen fürfen, dass der Verdauungsprozess nicht für zusätzliche Schlappheit sorgt.

"Schnell mal vegan" überzeugt durch Alltagstauglichkeit und ist schnell und unkompliziert umzusetzen. Da die Autorin Österreicherin ist, hatte ich nur ab und an Verständnisprobleme, etwa als ich mich fragte: Was ist eigentlich Stängelkohl? (es handelt sich offenbar um Broccoli)

An dem Buch überzeugt mich zudem, dass es weder missionarisch noch dogmatisch ist. Ich denke, damit ist es auch ein niedrigschwelliges Angebot an alle diejenigen, die gerne mal vegane Küche ausprobieren wollen, ohne deshalb den gesamten Inhalt ihres Vorratsschranks auf den Prüfstand stellen zu müssen. Wer ohnehin wie ich aus der überwiegend vegetarischen, im übrige flexitarischen Ecke kommt, fühlt sich gut abgeholt.

Katharina Seiser, Schnell mal vegan

Brandstätter Verlag, 2022

176 Seiten , 32 Euro

978-3-7106-0686-1