Zugegeben, vegan war für mich lange Zeit kein Thema. Ich bin Flexitarierin, koche die meiste Zeit fleischlos und vermisse da auch nichts. Aber Verzicht auf Eier und Käse? Auf Yoghurt und Quark? da habe ich bei meinen persönlichen Ernährungsgewohnheiten stets die Reißleine gezogen. Pflanzenmilch habe ich zwar probiert, soviel Aufgeschlossenheit für Alternativen sollte schließlich sein - aber sie hat mich nicht überzeugt. Und ich hatte auch nicht das Gefühl, mit weniger hochverarbeiteten Lebensmitteln zu tun zu haben. Es gibt tolle Rezepte, die sind nicht nur vegetarisch, sondern auch vegan - aber ich hatte nicht das Gefühl, ich muss jetzt auf den veganen Hype aufspringen.
Aber was tun, wenn die Lieblingskollegin vegan lebt und obendrein eine Laktoseunverträglichkeit hat, mit mir allerdings die Lust auf Süßes teilt? Immer nur Reiswaffeln über den Schreibtisch zu reichen, ist ja auch nicht die Dauerlösung. Mit "Vegan backen" hoffte ich, Antworten auf die Fragen zu bekommen, wie ich auch ohne Eier was leckeres zum Geburtstag backen kann. Geht das überhaupt, oder erinnert das Ergebnis an die traurig aussehenden Resultate der Vollwertbäcker der 70-er Jahre?
Foodbloggerin Corinna Schober versichert: Es gibt heute so viele vegane Alternativen, da sei es gar nicht mehr problematisch, "klassische" Kuchen und Kekse in veganer Version vorzubereiten. Das G+U Rezeptbüchlein ist mit 35 Rzepten eher übersichtlich - aber für jemanden wie mich auf der Suche nach einem Einstieg in die vegane Backstube ist das völlig ausreichend. Im Gegensatz, bei manchem Cupcake-Rezept dachte ich mir eher, ob das denn nicht viel zu süß und kalorienlastig sein dürfte.
Wie gewohnt mit apettitanregenden Fotos illustriert, gibt es vegane Varianten von Klassikern wie Marmorkuchen, Apfelkuchen oder Kipferl - damit kommt man schon mal durchs Back-Jahr. Kleine Küchlein für alle Gelegenheiten, wie Mango-Muffins, ein seeeehr lecker klingender Beeren-Rhabarber-Kuchen und etwas aufwändigere Kreationen wie eine Mango-Capucchino-Torte oder Kokos-Limetten-Torte sollten helfen, das Wiedersehen mit der Kollegin zu versüßen, wenn wir erst mal wieder die Homeoffice-Zeit beenden. Bis dahin heißt es ausprobieren und verkosten. Und dank Corinna Schobers Warenkunde und Erläuterungen zu veganen Alternativen wage ich mich vielleicht im Laufe der Zeit an eigene Kreationen heran. Als Einstieg in den nächsten veganen Level jedenfalls sehr gut geeignet.
Corinna Schober, Vegan Backen
G+U, 2021
64 Seiten, 11,99 Euro
978-3-8338-7813-8
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